Folgenreiches Sturmwochenende

Welt / 20.02.2022 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Passanten standen am Samstag am frühen Morgen vor dem überfluteten Hamburger Fischmarkt mit Fischauktionshalle an der Elbe. APA/dpa/J. Walzberg
Passanten standen am Samstag am frühen Morgen vor dem überfluteten Hamburger Fischmarkt mit Fischauktionshalle an der Elbe. APA/dpa/J. Walzberg

“Zeynep” und “Ylenia” richteten in Deutschland Schäden in Milliardenhöhe an.

Berlin Nach “Ylenia” hat zum Wochenende das Orkantief “Zeynep” für tödliche Unfälle und Millionenschäden in Deutschland gesorgt. Und mit “Antonia” sollte in der Nacht auf Montag ein weiteres Sturmtief vor allem im Nordwesten und Westen teils orkanartige Böen bringen. Anhaltend gestört blieb vor allem im Norden der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB).

14 Menschen starben in Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Polen – meistens durch auf Fahrzeuge gestürzte Bäume. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Hunderte Flüge, Züge und Fährverbindungen fielen wegen des Sturms mit seinen gebietsweise orkanartigen Böen aus. In Deutschland sind mindestens sechs Menschen bei Unfällen gestorben.

Allein “Zeynep” und “Ylenia” dürften die Versicherer nach ersten Schätzungen mehr als 1,4 Milliarden Euro kosten. “Zeynep” habe versicherte Schäden von über 900 Millionen Euro verursacht, teilte die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln mit. Er sei der intensivste Sturm seit “Kyrill” im Jahr 2007 gewesen. Die versicherten Schäden des Sturms “Ylenia” schätzte das Unternehmen auf 500 Millionen Euro.

Hamburg erlebte erstmals seit 2013 wieder eine sehr schwere Sturmflut mit mehr als 3,5 Metern über dem mittleren Hochwasser. In der Hansestadt stürzten zudem bei einem viergeschossigen Wohnhaus Teile der Fassade ein, in Bremen krachte ein 55 Meter großer Baukran in ein im Rohbau befindliches Bürogebäude. In Bad Zwischenahn (Niedersachsen) kippte eine rund neun Meter hohe Fichte auf ein Klinikgebäude, verletzt wurde niemand. Die Nordseeinseln Wangerooge und Langeoog büßten erhebliche Teile ihres Badestrandes ein.