Polizei zerschlägt Schlepperbande

Welt / 12.05.2022 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Oktober 2021 entdeckten Polizisten bei der Kontrolle eines Kastenwagens bei Siegendorf 29 Menschen im Inneren des Fahrzeugs, zwei Personen waren erstickt. APA
Im Oktober 2021 entdeckten Polizisten bei der Kontrolle eines Kastenwagens bei Siegendorf 29 Menschen im Inneren des Fahrzeugs, zwei Personen waren erstickt. APA

Organisation soll 36.100 Menschen geschleppt haben. 92 Verhaftungen in Österreich.

Wien In Österreich und östlichen EU-Staaten sind 205 mutmaßliche Schleuser eines professionell organisierten Netzwerks verhaftet worden. Sie stehen unter Verdacht, seit Anfang des Vorjahres mehr als 36.100 Menschen illegal über Grenzen gebracht zu haben, wie Innenminister Gerhard Karner am Donnerstag berichtete. Laut österreichischen Ermittlern wurden die meist aus Syrien stammenden Geschleppten nach Wien gebracht, von wo sie nach Deutschland, Frankreich und in den Benelux-Raum gelangen wollten. Die Schleuser sollen mindestens 152 Millionen Euro eingenommen haben.

Die Verdächtigen wurden in Österreich (92 Verhaftungen), Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Rumänien festgenommen. Der mutmaßliche 28 Jahre alte Kopf der Bande wurde am 4. Mai in seinem Heimatland Rumänien gefasst. Die Polizei fand auch mehrere Werkstätten der Gruppierung in und um Wien, in denen Schlepperfahrzeuge umgebaut worden sein sollen. Rund 80 Fahrzeuge wurden sichergestellt.

Zwei Tote

Im Oktober wurden in Siegendorf in Burgenland zwei Tote in einem Fahrzeug mit 29 Menschen gefunden. Der Transport sei vom Netzwerk des 28-Jährigen durchgeführt worden, berichtete die Polizei. Der Lenker wurde inzwischen in Lettland festgenommen. Ein weiteres Bandenmitglied, das im Januar im südlichen Burgenland auf Grundwehrdiener geschossen hatte, sei in Ungarn festgenommen worden.„Es ist einer der größten Erfolge im Kampf gegen die Schleppermafia der letzten Jahre. Bei diesen Banden ist ein Menschenleben nichts wert, da geht es um Profit, Geldgier, um brutale Mafiamethoden“, sagte Karner und kündigte an, weiterhin mit Nachdruck dagegen vorzugehen.