Schweizer Luftraum nach Störung der Luftsicherheit gesperrt

Welt / 15.06.2022 • 09:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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COFFRINI / AFP

Die Schweizer Flugsicherheit Skyguide hatte den Luftraum des Landes wegen eines technischen Problems am Mittwochmorgen bis in den späten Vormittag für den Flugverkehr gesperrt.

Genf, Zürich In den frühen Morgenstunden sei es zu einer Störung gekommen, wie Skyguide am Mittwoch erklärte. Zahlreiche Flugzeuge, die in Zürich oder Genf landen sollten, wurden in den frühen Mittwochmorgen in Nachbarländer umgeleitet.

Es handle sich um eine technische Störung, teilte Skyguide am frühen Vormittag mit. “Wir gehen nicht von einem Cyberangriff aus”, sagte der Sprecher von Skyguide, Vladi Barrosa. Es gehe um ein Hardwareproblem im IT-Netzwerk. Der gesamte Luftraum sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Nicht nur Starts und Landungen, sondern auch Überflüge fanden nicht statt, wie Barrosa sagte. Wie viele Flüge betroffen waren, konnte er nicht beziffern. Es traf die morgendliche Welle der Europaflüge zwischen Genf und Zürich und dem Umland, sowie frühe Ankünfte aus den USA.

Die Schweizer Flugsicherung teilte ihrerseits mit, dass der Schweizer Luftraum aus Sicherheitsgründen gesperrt worden sei – bis auf weiteres. Skyguide bedauere den Vorfall sowie die Konsequenzen für die Kunden, Partner und Passagiere. Gegen 8.30 Uhr galt das Problem als gelöst. Es fanden die ersten Überflüge wieder statt, kurz vor 10 Uhr wurden die ersten Starts von Flugzeugen in Zürich freigegeben.

Spätestens ab Mittag soll der Betrieb am Flughafen Zürich wieder hochgefahren werden. Gemäß Skyguide dürfte die Sperrung bis 9.00 Uhr dauern. Andere Zeitangaben seien Spekulation, sagte eine Skyguide-Sprecherin am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur AWP. Die Flugzeuge mussten derweil andere Flughäfen anfliegen. In der Schweiz sei dies Basel, der der französischen Flugsicherung unterstehe. Im Ausland würden jene Flughäfen ausgewählt, die dem jeweiligen Flug am nächsten seien, sagte die Sprecherin.

Man erwarte, dass der Flugbetrieb vor dem Mittag in reduzierter Kapazität wieder hochgefahren wird, twitterte unterdessen der Flughafen Zürich in den Morgenstunden. Das Check-in laufe. Man empfehle Passagieren, vor der Abfahrt an den Flughafen Zürich die Informationen der Airline zu beachten. Der Genfer Flughafen hatte auf seiner Seite geschrieben, dass die Unterbrechung bis 11.00 Uhr dauern dürfte.

Die Swiss teilte ihrerseits mit, dass die anfliegenden Langstreckenflüge derzeit auf verschiedene Flughäfen in den Nachbarländern umgeleitet würden, unter anderem nach Lyon, Mailand und Wien. “Kurzstreckenflüge starten derzeit nicht”, schrieb die Airline. Die Swiss sei bestrebt, möglichst rasch Lösungen für die betroffenen Passagiere zu finden.

Österreich informierte Flugverkehr über Ausfall

Markus Pohanka, Sprecher der Austro Control, versicherte auf APA-Anfrage, dass in Österreich alle Systeme intakt und in Normalbetrieb sind. “Die sichere und effiziente Abwicklung des Flugverkehrs in Österreich ist vollumfänglich gewährleistet”, sagte er. Die Sperre in der Schweiz führe jedoch zu Ausweichlandungen auf anderen Flughäfen. Hierzulande war das bisher bei einem Flieger aus Shanghai der Fall, der statt in der Schweiz in Wien gelandet ist. Welche weiteren Flüge davon betroffen sein können, war noch unklar. “Die Austro Control ist für Ausweichlandungen am Flughafen Wien vorbereitet”, sagte Pohanka.

Auch der Flugverkehr am EuroAirport Basel-Mulhouse war wegen der Panne bei Skyguide und der damit verbundenen Sperrung des Schweizer Luftraums stark betroffen, wie es auf Anfrage der sda hieß. Es hätten bisher nur wenige Flüge starten und landen können. Am Flughafen Bern waren Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR) nicht möglich. Dazu gehören alle Linienflüge. Private Flüge nach Sichtflugregeln hingegen waren weiterhin möglich.

Die Schweizer Behörden waren offenbar nicht in der Lage, über die Sperrung des Schweizer Luftraums zu informieren. An ihrer Stelle haben die zuständigen Stellen in Österreich Airlines und Piloten über die Sperre informiert, berichtete die sda. APA

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