Dramatische Dürre in Italien

Welt / 24.06.2022 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der 652 Kilometer lange Po ist für rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion existenziell, doch derzeit ist der Fluss beinahe ausgetrocknet. Reuters
Der 652 Kilometer lange Po ist für rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion existenziell, doch derzeit ist der Fluss beinahe ausgetrocknet. Reuters

Lombardei rief Notstand aus. Fluss Po mit niedrigstem Pegelstand seit 70 Jahren.

Rom Italien kämpft angesichts drückender Hitze gegen die schlimmste Dürre seit Jahren. Die italienische Bewässerungsbehörde ANBI schlägt Alarm und warnte, das Land bewege sich angesichts der für Ende Juni erwarteten Spitzentemperaturen von 40 Grad Celsius und der schlimmsten Trockenperiode der vergangenen Jahre auf eine dramatische Lage von Umwelt und Wirtschaft zu.

Tiefststände bei Seen und Flüssen

Der ausbleibende Regen hat dazu geführt, das Flüsse und Stauseen ausgetrocknet sind. Der Po, Italiens längster Fluss, weist den niedrigsten Pegelstand seit 70 Jahren auf. Der 652 Kilometer lange Strom im Norden des Landes ist für rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion existenziell.

„Der Wasserdurchfluss hat sich innerhalb von zwei Wochen halbiert“, teilte ANBI mit. Die Wasserknappheit gefährdet etwa in den Regionen Piemont, Lombardei und Emilia-Romagna etliche Ernten. Vielerorts sind die Wasserspeicher leer und kommen Tanklaster zum Einsatz.

Auch die großen Seen in Norditalien hätten Tiefststände erreicht. Der Pegel von Wasserreservoirs in Mittelitalien sei ebenfalls gesunken.

Verbrauch von Wasser begrenzen

Wegen der anhaltenden Trockenheit in Italien hat der Präsident der Lombardei, in der die Metropole Mailand liegt, den regionalen Notstand erklärt. Alle Bürger sollten Wasser extrem sparsam, effektiv und reduziert auf den nötigsten Verbrauch verwenden, hieß es in dem Dekret, das Attilio Fontana am Freitag unterzeichnete. Die Regionalregierung empfehle den Gemeinden außerdem den Verbrauch von Trinwasser für Aktivitäten, die nicht notwendig sind, zu begrenzen.