Umstrittene Proteste fortgesetzt

Welt / 04.11.2022 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erneut haben sich am Freitag Klimaktivisten am Asphalt festgeklebt.  Archibild/dpa
Erneut haben sich am Freitag Klimaktivisten am Asphalt festgeklebt.  Archibild/dpa

Trotz heftiger Kritik blockierten Demonstranten in Berlin wieder Straßen.

Berlin Demonstranten haben ihren Protest in Berlin mit Straßenblockaden fortgesetzt. Insgesamt zehn Menschen hätten sich an den Aktionen beteiligt, sieben davon seien am Asphalt festgeklebt gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Protestgruppe „Letzte Generation“ veröffentlichte bei Twitter Fotos zu den Aktionen und schrieb: „Wir setzen die Blockaden in #Berlin fort.“

Die Gruppe steht nach einem schweren Unfall in Berlin, in dessen Folge eine Radfahrerin am Donnerstagabend laut Polizei gestorben ist, verstärkt in der Kritik. Bei dem Unfall  hatte sich nach Feuerwehrangaben die Ankunft eines Spezialfahrzeugs zur Bergung der Verletzten wegen eines Staus verzögert, der durch eine Aktion der Klima-Protestgruppe ausgelöst worden sein soll. Zahlreiche Politiker forderten ein härteres Vorgehen, in sozialen Netzwerken werden die Aktivisten verstärkt angefeindet. Dazu hieß es von der „Letzten Generation“: „Was immer uns als Menschen an öffentlicher Hetze entgegenschlagen mag, wird uns nicht davon abbringen, das einzig moralisch Richtige zu tun: In einer alles entscheidenden Krise nicht zu verharren, sondern loszugehen.“

Anfeindungen auch in Österreich

Auch in Österreich berichtete ein Sprecher der „Letzten Generation“ gegenüber der APA von zahlreichen Anfeindungen gegen die Aktivistinnen und Aktivisten – bis hin zu Morddrohungen und rechtsradikalen Beschimpfungen. In Wien wird die Gruppe bis 9. Jänner keine Straßenblockaden mehr durchführen, um der Bundesregierung Zeit zu geben, mit mehr Maßnahmen für den Klimaschutz „Menschen zu retten“.

Österreichweit geht der Protest aber weiter. Derzeit entstünden etwa in Linz, Graz und Innsbruck Ableger der „Letzten Generation“. Ob die Diskussion in Deutschland dazu führen könnte, dass die Aktionen in Österreich auf zunehmende Ablehnung seitens der Zivilgesellschaft stoßen, ließ der Sprecher offen. Der Klimaprotest sei „kein Beliebtheitswettbewerb“, es gäbe bei den Protesten aber auch immer wieder großen Zuspruch.

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