Eingesperrtes Kind – Ermittlungen auch gegen Jugendamt

Welt / 07.11.2022 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

attendorn Die Ermittlungen im Fall des Mädchens, das fast sein gesamtes Leben in einem Haus im Sauerland festgehalten worden sein soll, erstrecken sich laut Staatsanwaltschaft auch auf das Jugendamt. „Wir müssen auch beleuchten, ob das Jugendamt alles Notwendige getan hat, um den Fall aufzudecken“, sagte der Siegener Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss auf dpa-Anfrage am Montag. Wenn ein achtjähriges Mädchen fast sieben Jahre lang in einem Haus versteckt werde, „stellt sich zwangsläufig die Frage, ob das Kind nicht früher hätte gefunden werden können“.

Laut Berichten hatten Hinweise „aus dem familiären Umfeld“ in diesem Sommer in Attendorn beim zuständigen Jugendamt des Kreises Olpe die Aufdeckung des drastischen Falls ins Rollen gebracht. Der zentrale Hinweis sei nach bisherigen Erkenntnissen entweder aus dem Familienkreis oder aus der Nachbarschaft gekommen. Die Hinweisgeber seien offenkundig davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter in Italien lebten und hätten Verdacht geschöpft, als sie diese dennoch sahen. Genauere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Attendorn ist ländlich gelegen. Dass das Mädchen dort so lange Jahre nicht gesehen wurde, weist laut Oberstaatsanwalt darauf hin, dass die Beschuldigten „sehr geheim und sorgfältig“ vorgegangen seien. Gegen Mutter und Großeltern wird wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung ermittelt.

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