Schwierige Suche nach Vermissten

Welt / 27.11.2022 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Autos wurden ins Wasser gespült. AFP
Autos wurden ins Wasser gespült. AFP

Geröll türmt sich nach verheerendem Erdrutsch auf Ischia meterhoch.

Rom, Neapel Nach dem verheerenden Erdrutsch auf der italienischen Mittelmeerinsel Ischia ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf mindestens sieben gestiegen. Unter den Toten seien auch ein erst drei Wochen altes Baby sowie eine Fünfjährige und ihr elf Jahre alter Bruder, wie der Präfekt von Neapel, Claudio Palomba, mitteilte. Nach fünf Vermissten wurde am Sonntagabend noch gesucht. Die Suche nach ihnen gestaltet sich schwierig. Die Helfer müssen sich im besonders betroffenen Küstenort Casamicciola durch gewaltige Mengen an Schlamm und Geröll wühlen, die sich laut Feuerwehr teils sechs Meter hoch türmen. Ein Mann konnte gerettet werden, während er bis zum Hals im Schlamm steckte.

Der Erdrutsch wurde am Samstag von außergewöhnlich heftigen Regenfällen ausgelöst. Nach offiziellen Statistiken hatte es auf Ischia seit 20 Jahren in so kurzer Zeit nicht mehr so heftig geregnet. Schlamm und Geröll rutschten daraufhin mit solcher Wucht von den Berghängen, dass Autos und Busse im Hafen von Casamicciola teilweise ins Wasser gespült wurden. 15 Wohnhäuser wurden unter Schlamm begraben oder mitgerissen, 160 Menschen sind obdachlos. Die italienische Regierung verhängte den Notstand über die Insel.

Experten zufolge wurde die Lage durch Bautätigkeit in Hochrisikogebieten verschärft. „Es gibt Gelände, das nicht besiedelt werden kann“, sagte der Geologe Riccardo Caniparoli im Sender RAI. Dabei sei gegen Normen und Gesetze verstoßen worden. Häuser in Risikogebieten müssten abgerissen werden, forderte Vincenzo De Luca, der Präsident der Region Kampanien, zu der Ischia gehört.

15 Wohnhäuser wurden unter Schlamm begraben oder mitgerissen. AP
15 Wohnhäuser wurden unter Schlamm begraben oder mitgerissen. AP

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