Sorge vor Versorgungsengpässen

Welt / 01.12.2022 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch verzögerte AKW-Wartungsarbeiten gefährden Frankreichs Stromversorgung. RTS
Auch verzögerte AKW-Wartungsarbeiten gefährden Frankreichs Stromversorgung. RTS

Frankreich bereitet sich für eventuelle stundenweise Stromausfälle im Winter vor.

Paris Frankreich rüstet sich für Engpässe bei der Stromversorgung im Winter und bereitet sich auf mögliche stundenweise Stromausfälle vor. Davon könnten bis zu sechs Millionen Menschen gleichzeitig sowie auch Schulen, Züge und Metros betroffen sein, hieß es aus Regierungskreisen. Ein Krisenstab, der mehrere Ministerien umfasst, arbeitet derzeit an einer Hypothese von sechs bis zehn Stromausfällen im Winter. Die Präfekturen sollen in Kürze schriftlich aufgefordert werden, Szenarien vorzubereiten, um den Stromverbrauch auf 38 Prozent des Durchschnittsverbrauchs abzusenken. Krankenhäuser, Patienten, die zu Hause auf elektrische Geräte angewiesen sind, Feuerwachen, Polizei und verschiedene Industriestandorte würden von den jeweils zwei Stunden dauernden Stromausfällen nicht betroffen. Der Strom werde – im Krisenfall – auch nicht in gesamten Departements abgestellt, sondern lediglich in kleineren, zuvor festgelegten Gebieten. Die Bevölkerung solle bis spätestens 17 Uhr am Vortag darüber informiert werden. Stromausfälle beträfen die Spitzenverbrauchszeiten zwischen 8 und 13 Uhr und von 18 bis 20 Uhr.

Bisher handelt es sich lediglich um eine Vorbereitung auf einen Krisenfall. “Wir stellen den Strom nur ab, wenn es sehr kalt ist, wenn es ein Problem mit der Produktion oder der Verbindung zu den Nachbarländern gibt und der Verbrauch nicht ausreichend gesenkt wird”, hieß es. Frankreichs Regierung hat Haushalte und Unternehmen dazu aufgerufen, ihren Energieverbrauch um zehn Prozent zu senken. Bisher sei dies vor allem in der Industrie zu spüren, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers RTE am Donnerstag dem Sender FranceInfo.

Frankreich reagiert damit sowohl auf die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise als auch auf hausgemachte Probleme wegen zahlreicher abgeschalteter Atomkraftwerke. Zuletzt waren noch 23 von 56 Reaktoren heruntergefahren, teils wegen verzögerter Wartungsarbeiten, teils wegen technischer Probleme.

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