Lebensgrundlage in Gefahr

Welt / 14.12.2022 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Klimawandel lässt die flachen Gewässer austrocknen. AP
Der Klimawandel lässt die flachen Gewässer austrocknen. AP

Die Lagunen in den Anden trocknen aus. Die Not wächst.

Cconchaccota Von ihrem Zuhause kann Vilma Huamaní die kleine Lagune Cconchaccota sehen, den Lebensmittelpunkt ihrer gleichnamigen Gemeinde in den peruanischen Anden. Einst tummelten sich hier Forellen und das flache Gewässer zog Flamingos und durstige Schafe an. Heute blickt Huamaní nur noch auf eine Ebene aus trockener, rissiger Erde, umgeben von gelbem Gras: Die 4100 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Lagune ist komplett ausgetrocknet.

Die Regenzeit in diesem Teil Südamerikas sollte eigentlich im September beginnen. Aber die Region leidet unter der trockensten Periode seit fast einem halben Jahrhundert. Betroffen sind mehr als 3000 Gemeinden im Zentrum und im Süden der peruanischen Anden. Die Aussaat von Kartoffeln, der einzigen Nutzpflanze, die in Huamanís Dorf wächst, hat sich verzögert. Viele befürchten daher in den kommenden Monaten eine Lebensmittelknappheit.

Grund für den Mangel an Regen das dritte Jahr in Folge ist nach Angaben der UN-Wetterbehörde das Klimaphänomen „La Niña“. Die Dürre trifft auch Teile von Bolivien, Paraguay und Argentinien. Die peruanische Wetterbehörde spricht von Rekordwerten.

Die Anden gehören zu den weltweit am meisten von Klima-Migration betroffenen Regionen der Welt, wie aus dem jüngsten Bericht des UN-Weltklimarats (IPCC) hervorgeht. Grund sind Dürren, tropische Stürme und Hurrikane, schwere Regenfälle und Überschwemmungen. „Die Erderwärmung hat in den Anden seit den 1980er-Jahren zu Gletscherverlusten zwischen 30 Prozent und mehr als 50 Prozent der ursprünglichen Fläche geführt“, heißt es in den Report. „Der Gletscherrückgang, Temperaturanstiege und Schwankungen der Niederschläge haben sich zusammen mit Veränderungen bei der Landnutzung durch Erdrutsche und Flutkatastrophen auf Ökosysteme, Wasserressourcen und Lebensgrundlagen ausgewirkt.“ Im Süden der Anden seien offenbar die Niederschläge im Sommer rückläufig.

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