Surfen auf dem Dach Afrikas

Welt / 15.12.2022 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Internetanschluss sollen mehr Touristen auf den Kilimandscharo gelockt werden.
Mit dem Internetanschluss sollen mehr Touristen auf den Kilimandscharo gelockt werden.

Auf dem Kilimandscharo gibt es nun High-Speed-Internet.

Daressalam Auf gut 5000 Metern verwandelt sich die Steinwüste in die letzten verbliebenen Eisgletscher auf dem Kilimandscharo. Höher hinaus als auf den 5895 Meter hohen Uhuru-Gipfel, den höchsten Punkt des Kilimandscharo-Bergmassivs, kommt man in Afrika nirgends. Und während die Luft für Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfel immer dünner wird, liefert das “Dach von Afrika” seinen Besuchern seit Dienstag selbst auf fast 6000 Metern High-Speed-Internet. Nach der Coronapandemie hat die Regierung von Tansania eine große Kampagne gestartet, um Touristen zurück ins Land zu holen. Selbst die entlegensten Touristenregionen des Landes sollen Internet bekommen. Am Kilimandscharo steht laut Peter Ulanga, dem Geschäftsführer des Telekommunikationsunternehmens TTCL, das den Internetausbau verantwortet, vor allem die Sicherheit im Vordergrund. Aber es geht noch um mehr: “Jetzt können Sie vom Gipfel ihre Familien anrufen und mitteilen, dass Sie es bis ganz nach oben geschafft haben”, sagt Ulanga, der gemeinsam mit Tansanias Informationsminister Nape Nnauye einer der ersten war, der das Internet am Gipfel nutzte.

Am Kilimandscharo spielt der Naturschutz eine entscheidende Rolle. Das Bergmassiv ist Weltnaturerbe, dennoch steht das Ökosystem längst schwer unter Druck. Daher legte man bei dem Internet-Projekt großen Wert auf die Umweltverträglichkeit, so TTCL-Chef Ulanga: “Die Glasfaserkabel wurden nicht unterirdisch, sondern an der Oberfläche verlegt, um möglichst wenig in das Ökosystem einzugreifen.” Sicherlich haben die Verantwortlichen auch von dem anderen touristischen Großprojekt am Berg gelernt: Seit Jahren plant die Regierung, eine Seilbahn am Berg zu installieren – trotz massiven Protests von Naturschutzgruppen und der lokalen Bevölkerung. Viele leben von dem Geld, das sie als Bergführer für Touristen verdienen können.

Bisher wagen jährlich etwa 50.000 Touristen den Aufstieg auf den Kilimandscharo. Afrikas höchster Berg im Norden Tansanias gilt unter Bergsteigern als unkompliziert.

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