Könige und Staatschefs erwartet

Welt / 04.01.2023 • 22:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bis Mittwochmittag haben 159.000 Menschen Abschied von Papst Benedikt XVI. genommen.
Bis Mittwochmittag haben 159.000 Menschen Abschied von Papst Benedikt XVI. genommen.

Großes Sicherheitsaufgebot bei Beisetzung des emeritierten Papstes Benedikt XVI.

Rom Könige, Adelige, Staatschefs und führende Geistliche aus der ganzen Welt reisen zur Beisetzung des emeritierten Papstes Benedikt XVI. nach Rom. Österreich wird durch Altbundespräsident Heinz Fischer präsent sein. Bundespräsident Alexander Van der Bellen habe Fischer gebeten, an den Feierlichkeiten in Rom teilzunehmen, teilte die Präsidentschaftskanzlei mit. Fischer war während der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. Bundespräsident und war auch bei dessen Amtseinführung und zu einem offiziellen Besuch im Vatikan. Als Vertreter der Kirche in Österreich werden Kardinal Christoph Schönborn, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner als Vorsitzender der Bischofskonferenz sowie der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics an der Trauerfeier teilnehmen.

Aus Deutschland kommen zur Verabschiedung des deutschen Papstes Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. 

Mehr als 1000 Polizisten im Einsatz

Für das Begräbnis von Josef Ratzinger, wie sein bürgerlicher Name lautete, werden besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Wie schon in der Vergangenheit bei der Beerdigung von Johannes Paul II. und bei großen Heiligsprechungszeremonien werden mehr als 1000 Polizisten eingesetzt. Die Zahl der Metalldetektoren zur Kontrolle der Gläubigen beim Zugang zum Petersplatz wird erhöht. Das Areal um den Vatikan wurde zur roten Zone mit besonderen Sicherheitsmaßnahmen erklärt. Neben dem Personal der vatikanischen Gendarmerie werden auch Polizisten in Zivil im Einsatz sein.

100.000 Personen erwartet

Der emeritierte Papst, der vergangenen Samstag im Alter von 95 Jahren verstorben ist, war bis Mittwochabend aufgebahrt. Dann wurde der aus Zypressenholz gefertigte Sarg geschlossen. Darin befinden sich während seines Pontifikats geprägte Münzen. Der Sarg wird dann in einen Zinksarg gelegt und versiegelt. Dieser wird in einen anderen Holzsarg gelegt und dann begraben, teilte der Vatikan mit. Bei dem Begräbnis am heutigen Donnerstag, das von Papst Franziskus zelebriert wird, werden laut Schätzungen mehr als 100.000 Personen teilnehmen.

Beispiellos in Kirchengeschichte

Benedikts Beerdigung gilt als beispiellos in der Kirchengeschichte. Erstmals zelebriert ein Papst die Trauerzeremonie für einen Vorgänger. An der Seite des Papstes, der wegen seiner Knieprobleme wahrscheinlich während der Trauerzeremonie sitzen bleiben wird, dürften der Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, oder der Staatssekretär des Heiligen Stuhls, Kardinal Pietro Parolin, stehen.

Anders als bei dem Begräbnis eines amtierenden Papstes entfällt bei der Beerdigung Benedikts die neuntägige Trauerzeit, die den lateinischen Namen „Novemdiales“ trägt. Im Normalfall müssen die Kardinäle nach dem Tod eines Papstes auch dessen Nachfolger wählen. Dies entfällt im Falle Benedikts, der am 11. Februar 2013 als erster Papst seit mehr als sechs Jahrhunderten von seinem Amt zurückgetreten war und Platz für seinen Nachfolger Franziskus gemacht hatte. Noch unklar ist, ob das traditionelle weiße Seidentuch beim Schließen des Sarges auf das Gesicht des Verstorbenen gelegt wird, wie dies bei Papst-Begräbnissen üblich ist.

Nach den im Vatikan geltenden Regeln muss ein Papst vier bis sechs Tage nach seinem Tod beigesetzt werden. Der emeritierte Papst wünschte sich eine Bestattung im ehemaligen Grab seines Vorgängers Johannes Paul II. im Petersdom. Nach der Seligsprechung von Johannes Paul 2011 war dessen Leichnam in eine Kapelle im Seitenschiff des Petersdoms umgebettet worden.

Letzte Vorbereitungen für die Beisetzung. RTS (2)
Letzte Vorbereitungen für die Beisetzung. RTS (2)
Die Sicherheitsvorkehrungen für die Beisetzung werden ausgedehnt.
Die Sicherheitsvorkehrungen für die Beisetzung werden ausgedehnt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.