Meistgesuchter Mafioso gefasst

Welt / 16.01.2023 • 22:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Matteo Messina Denaro, Chef der Cosa Nostra, wurde in Palermo festgenommen. Ihm werden 50 Morde zur Last gelegt. reuters
Matteo Messina Denaro, Chef der Cosa Nostra, wurde in Palermo festgenommen. Ihm werden 50 Morde zur Last gelegt. reuters

Italienischer Mafiaboss nach 30 Jahren auf der Flucht verhaftet.

rom Nach rund 30 Jahren auf der Flucht ist Italiens meistgesuchter Mann, der sizilianische Mafiaboss Matteo Messina Denaro, gefasst. Der 60-Jährige wurde in einer Privatklinik in Palermo verhaftet, wie die italienische Gendarmerie mitteilte. Ihm droht wegen Dutzender Morde, für die er bereits in Abwesenheit verurteilt wurde, eine lebenslange Haftstrafe.

Pasquale Angelosanto, Leiter für Spezialeinsätze bei der Gendarmerie, den Carabinieri, sagte, Messina Denaro habe sich in der Klinik medizinisch behandeln lassen. Wegen was, wurde nicht ausgeführt. Zwei Beamte führten ihn nach der Verhaftung zu einem wartenden Wagen und brachten ihn an einen unbekannten Ort, wie der italienische Rundfunk berichtete. Messina Denaro trug eine braune gefütterte Lederjacke, eine Mütze und eine getönte Brille. Seit 1993 wurde nach dem Cosa-Nostra-Boss gesucht. Er wird unter anderem für zwei Bombenanschläge 1992 auf Sizilien verantwortlich gemacht, bei denen die beiden Anti-Mafia-Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino ermordet wurden. Neben zahlreichen weiteren Taten wurde ihm auch der Mord an dem jungen Sohn eines ehemaligen Mafia-Weggefährten zur Last gelegt. Das Opfer wurde erwürgt und die Leiche in Säure aufgelöst.

Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni bezeichnete die Festnahme von Messina Denaro als großen Sieg für den Staat. Es sei ein Zeichen, dass er sich der Mafia nicht geschlagen gebe.

Von ehemals drei Mafiachefs, die jahrelang auf der Flucht waren, war Messina Denaro der letzte, der es geschafft hatte, einer Festnahme zu entgehen.

Lange gab es von Denaro lediglich ein Phantombild. ansa/afp
Lange gab es von Denaro lediglich ein Phantombild. ansa/afp

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