Venedig bleibt vorerst gratis

Welt / 19.01.2023 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bezahlen sollten den Eintritt Tagesausflüger und Gäste von Kreuzfahrtschiffen. AFP
Bezahlen sollten den Eintritt Tagesausflüger und Gäste von Kreuzfahrtschiffen. AFP

Der für Jänner geplante Schritt zu einem Tageseintritt wurde erneut vertagt.

vENEDIG Prächtige Paläste mit Blick aufs Wasser, verwinkelte Kanäle mit Gondeln, Museen mit weltberühmter Kunst: Venedig ist einzigartig, Sehnsuchtsort – und ein gewaltiger Touristenmagnet. Die Stadt in Norditalien zieht Jahr für Jahr Millionen Besucher aus der ganzen Welt an. Weil die „Serenissima“ ihre Heerscharen an Touristen kaum noch bändigen kann und die rund 50.000 Bewohner im Kern der Lagunenstadt die Nase voll haben, wollte die Stadt handeln. Die Lösung: Eintritt verlangen. Vergangenen Sommer stellte die Kommune ihren Plan vom Contributo di Accesso (Zutrittsabgabe) vor. Neu war der Vorschlag nicht, schon seit 2019 geisterten Ideen durch die Politik in der Stadt des Unesco-Weltkulturerbes. Nun aber sollte es endlich losgehen. Ab Mitte Jänner sollten Tagestouristen ihren Besuch in Venedig online buchen und dafür je nach Auslastung in der Stadt drei bis zehn Euro pro Person bezahlen. Doch aus den Plänen wird erst mal nichts. Es fehle die abschließende Zustimmung des Kommunalrats, so Kulturassessor Simone Venturini. Das Inkrafttreten ist damit vertagt, Venedig bleibt vorerst gratis.

Die Stadt erklärt die ausgebliebene Entscheidung im Rat mit einer Befragung der Bürger. Tatsächlich könnte das Venedig-Ticket damit erst frühestens im Sommer 2023 eingeführt werden. Denn Anfang dieses Jahres will Venedigs Politik das Vorhaben verabschieden, und dann vergingen noch sechs Monate bis zum Inkrafttreten, erklärt ein Sprecher der Stadt.

Marco Gasparinetti glaubt, dass das Eintrittsgeld nie kommen wird. „So wie die Verordnung geschrieben ist, ist sie nicht anwendbar, und tatsächlich sind wir schon bei der fünften Verschiebung“, sagt der Lokalpolitiker.

Sechs Millionen Euro an Einnahmen versprach sich die Stadt für 2023 mit den Eintritten, wie Haushalt-Assessor Michele Zuin sagt. In den Jahren danach sogar 13 Millionen Euro. Bezahlen sollten Tagesausflügler und die Gäste von Kreuzfahrtschiffen. Wer in Venedig ein Hotel reserviert, hätte den Scan-Code für den Venedig-Zutritt mit der Buchung erhalten.

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