Ein ansehnlicher Körper

Wetter / 15.10.2013 • 17:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hängt sich mächtig rein: Helga Sartori verfolgt sportliche Ziele konsequent. Foto: Privat
Hängt sich mächtig rein: Helga Sartori verfolgt sportliche Ziele konsequent. Foto: Privat

Helga Sartori kürte sich beim Fitness-Contest in Graz zur Vizeweltmeisterin.

Bludenz. (VN-mm) Nein, ein Muskelprotz ist sie nicht. Helga Sartori setzt mehr auf Ästhetik. Trotzdem lässt sie hin und wieder gerne ihre Muskeln spielen. Vor allem, wenn es darum geht, mit dem Körper sportliche Lorbeeren zu ernten. Was erst jüngst der Fall war. Beim diesjährigen „Fitness World Championship Contest“ in Graz kürte sich die attraktive Bludenzerin in der Fitness-Performance-Klasse zur Vizeweltmeisterin. Vergangenes Jahr hatte sie noch den fünften Platz belegt. Nächstes Mal möchte Helga Sartori ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. Auch um den Preis eines „härteren Trainings“, wie sie sagt.

Eiserne Disziplin

Abgekämpft? Ausgelaugt? Fix und fertig? Nichts von alledem ist bei der agilen Frau zu spüren. Im Gegenteil. Die Euphorie des Titels trägt Helga Sartori. Denn er zeigt, dass sich die Mühen und Entbehrungen lohnten. Immerhin 14 Wochen lang war eiserne Disziplin gefordert, um die zierliche Figur auf Wettkampftauglichkeit zu trimmen, ohne die Muskelberge wuchern zu lassen. „Fitness hat nichts mit Bodybuilding zu tun“, betont Helga Sartori. Vielmehr gehe es darum, die Muskeln so sorgfältig aufzubauen, dass sie dem Körper Schönheit verleihen. Und das scheint ihr und ihrem Trainer, Bernd Österle, gelungen zu sein.

Er war es, der die Marathonläuferin für diese Art von Wettbewerb entdeckte. „Bernd wusste, wie ausdauernd und konsequent ich sein kann“, erzählt Sartori. Eigenschaften, die sie während der Vorbereitungsphase mehr als gut brauchen konnte. Schließlich musste sie wochenlang Arbeits- und Trainingsalltag unter einen Hut bringen. Oft spurtete die Sozialbetreuerin von ihrer Arbeitsstelle, der Stiftung Jupident, direkt ins Fitnessstudio. Selbst nach einem Nachtdienst war an Ruhe nicht zu denken. Stattdessen hieß es, jede Sekunde gegen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stress anzukämpfen. Ausreden hatten da keinen Platz. Aber Helga Sartori stellte sich der Herausforderung. „Weil ich etwas erreichen wollte.“

Leben nach Plan

Dafür nahm sie auch ein Leben nach Plan in Kauf. Das bedeutete mindestens drei bis vier Stunden täglich im Fitnessstudio unter Anleitung schwitzen und alle vier Stunden essen. Wobei der Speiseplan eher hungrig- denn sattmachend anmutete: Proteine, fettarmes Fleisch, Kohlenhydrate wie Haferflocken und Reiswaffeln und ein Gemüsehäppchen. Mehr als 1700 Kalorien gab es nicht. Helga Sartori musste ja von 54 auf 49 Kilo kommen. „Ohne das Wissen, das Bernd in dieser Sache hat, wäre es nicht gegangen“, meint sie rückblickend. Verbotene Mittel lehnte und lehnt sie kategorisch ab. Die brauche es im Fitnessbereich nicht. Hier seien schön definierte Körperpartien gefragt. Und sie erzählt vom ersten Wettkampf in Rom, wo sich Modeschöpfer wie Karl Lagerfeld nicht nach Hungerhaken, sondern gut proportionierten Models umgesehen haben.

In ihrem eigenen sozialen Umfeld stieß Helga Sartori anfangs auf Unverständnis. Jetzt, wo der Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar wird, ist es einfacher geworden. Inzwischen hat sie auch wieder ihr Normalgewicht. „Und“, gibt sie ohne Zögern zu, „ich fühle mich wohler damit.“

Fitness hat nichts mit Bodybuilding zu tun.

Helga Sartori

Zur Person

Helga Sartori

Geboren: 6. Juli 1978 in Schruns

Wohnort: Bludenz

Familie: verheiratet

Beruf: Sozialbetreuerin

Hobbys: Lesen, Sport, Laufen

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