Vom Krapfen bis zur Ziege

Wetter / 24.10.2013 • 18:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie die Krapfen in Handarbeit hergestellt werden, zeigt Josef Künz am Nationalfeiertag. Foto: vn/pAULITSCH
Wie die Krapfen in Handarbeit hergestellt werden, zeigt Josef Künz am Nationalfeiertag. Foto: vn/pAULITSCH

Josef Künz macht den Krapfen zur Attraktion auf der Andelsbucher Ziegenausstellung.

Andelsbuch. (VN-ger) Bereits als kleiner Junge zog es Josef Künz zu den Ziegen. „Als Buben sind wir immer mit einer Ziege auf den ,Goßamart‘ gegangen“, erinnert sich der 50-Jährige an jene Zeiten zurück, als das heutige Volks- noch ein Kinderfest war. Ihren Anfang nämlich nahm die berühmt-berüchtigte Ziegen- und Norikerausstellung in den 60er-Jahren auf dem Hof von Katharina Greber. Die Tiere liehen sich die Andelsbucher Kinder bei einem Bauern aus. „Am Abend wurde die Ziege geputzt und hergerichtet. Am nächsten Tag ist man auf den ,Goßamart‘. Da gab es Limonade und etwas zum Essen“, erzählt Künz. Mit den Jahren wurde der Markt immer größer. „Wie genau, das weiß eigentlich kein Mensch“, spricht der Bäckermeister vom Phänomen Ziegenausstellung. „Wir mussten nie Werbung machen. Irgendwie hat sich der Markt entwickelt und ist zu einem Volksfest geworden, das seinesgleichen sucht.“

Lange Schlangen

Heute führt der 50-Jährige die Andelsbucher Bäckerei-Konditorei Künz in dritter Generation. Dem traditionellen „Goßamart“ am 26. Oktober ist er aber auch als Geschäftsmann treu geblieben. Im Café werden Kaffee und Kuchen serviert. Seit fünf Jahren macht Künz außerdem die traditionelle Krapfenproduktion zur Attraktion am Nationalfeiertag. Dabei sind ihm lange Schlangen vor der Showbühne garantiert. „Es ist zwar ein riesiger Aufwand, aber es kommt extrem gut an, gerade bei den Kindern“, freut sich der dreifache Vater über den regen Zulauf. „Die Leute wollen unbedingt die heißen Krapfen mitnehmen. Dafür stehen sie oft bis zu einer halben Stunde an.“ Tatkräftig unterstützt wird Künz am Samstag auch von seinem jüngsten Sohn Michael, der stets „mit einer mords Begeisterung“ im Einsatz steht.

In alle Welt

Neben den Krapfen, die schon bei einem landesweiten Krapfentest mit den höchsten Noten bewertet wurden, zählt das Bregenzerwälder Birnenbrot zu einem weiteren Aushängeschild des Betriebs. „Das geht mittlerweile in alle Welt, bis nach Australien.“ Das Geheimrezept auch hier: ein altes Familienrezept, auf das der Andelsbucher gerne zurückgreift.

Seine Berufswahl hat Josef Künz nie bereut. „Natürlich braucht man dazu auch einen Partner, der mitzieht“, schwärmt er von seiner Frau Helga, die mit „150 Prozent dabei ist“.

Die Leute wollen unbedingt die heißen Krapfen mitnehmen.

jOSEF kÜNZ

Zur Person

Josef Künz

bäckt am Nationalfeiertag bei der Ziegenausstellung in Andelsbuch auf.

Geboren: 4. Mai 1963

Wohnort: Andelsbuch

Beruf: Bäckermeister

Familie: verheiratet mit Helga, drei Söhne (20, 18 und 15 Jahre)

Hobbys: Musizieren (Kontrabass), Motorradfahren, Skifahren, Wandern

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