Zwei große Champions

Wetter / 27.10.2013 • 19:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zufrieden und extrem erfolgreich aus England zurück: Ruth Hochstätter und „Lycka“. Foto: VN/MAIER-Ortner
Zufrieden und extrem erfolgreich aus England zurück: Ruth Hochstätter und „Lycka“. Foto: VN/MAIER-Ortner

Ruth Hochstätter hat mit Labrador-Hündin „Lycka“ die Field ­Trial Meisterschaft in ­Norfolk gewonnen.

Nüziders, Norfolk. (VN-bem) Felder mit Rüben, Weizen und Kartoffeln, so weit das Auge reicht. Der Sommer hat sich verabschiedet. Schüsse fallen. Über die Ebene in Norfolk im Osten Großbritanniens lief vor Kurzem ein Tross aus 15 Personen. Schützen, Treiber, Kampfrichter und Hundeführer mit ihren treuen Gefährten. Mit dabei war die Nüzigerin Ruth Hochstätter mit ihrer fünfjährigen Labrador-Hündin „Lycka“. Die beiden durften beim Novice Field Trial des traditionsreichen und angesehenen Norfolk Gundog Club antreten. Von morgens bis spätnachmittags gingen die drei Wettbewerbstage.

„Die dreitägigen Prüfungen laufen hochkonzentriert ab. Bei Hund und Hundeführer. Der Hund muss während der gesamten Niederwildjagdprüfungen ohne Kommando beim Führer bleiben. Es wird höchste Führbarkeit erwartet. Bereits ein unkontrolliertes Aufstehen oder Fiepsen des Hundes würde einen Ausschluss bedeuten“, erklärt die Hundetrainerin und gerichtlich beeidete Hundesachverständige für Vorarlberg. „Steht die Jagdgruppe und wird ein Wild geschossen, darf nur ein Hund auf Kommando aus der Reihe scheren und das erlegte Wild apportieren“, sagt sie.

Seit „Lycka“ sieben Monate alt war, nimmt Hochstätter mit ihr an Wettbewerben teil. Letzterer Anfang Oktober fällt unter die Königsklasse der „field trial“ und Jagdprüfungen und gilt als das „Wimbledon“ unter den Hundeprüfungen. Ein Sieg in allen Kategorien, wie ihn die Hundetrainerin und „Lycka“ erreicht haben, ist für „Kontinentaler“ in Großbritannien fast unmöglich. Aber auch nur fast. Sie haben sich gegen vier britische Finalisten durchgesetzt. Stolz zeigt Hochstätter die beiden Trophäen, die sie von der Insel nach Österreich gebracht haben.

„Es ist ein Hochleistungssport, bei dem Hund und Hundeführer auch Konditionstrainings durchlaufen. ‚Lycka‘ bekommt in der Trainingsphase beispielsweise spezielles Futter.“ Ihr gefällt die jagdliche Arbeit mit Hunden sehr gut. „Unter meiner Kontrolle darf der Hund seinen natürlichen Jagdinstinkt ausleben. Ich finde es faszinierend, dass sie eine Kooperation mit den Menschen eingehen.“ Die Hunde suchen und bringen das erlegte oder verletzte Tier dem Jäger. „Niederwildjagd ohne Hund ist Schund“, zitiert sie ein Sprichwort. Die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter begleiten Hunde, seit sie mit acht Jahren ihren ersten Cocker-Spaniel bekam. Ihre verstorbene Hündin „Eika“ war ausschlaggebend für ihre intensive und auf das Wesen des Hundes konzentrierte Ausbildung. Mit Praktika an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und mit etlichen Fortbildungen im In- und Ausland erweitert sie laufend ihr Fachwissen.

Niederwildjagd ohne Hund ist Schund.

Ruth Hochstätter
„Lycka“ in Aktion. Foto: K. Mark
„Lycka“ in Aktion. Foto: K. Mark

Zur Person

Ruth Hochstätter

ist Hundeinstruktorin und gerichtlich beeidete Hundesachverständige und siegte in Norfolk (GB) beim Novice Field Trial mit Hündin „Lycka“.

Geboren: 24. Dezember 1962

Laufbahn: kaufmänn. Bankangestellte, Skilehrerin, Bereiterin, Hundesachverständige und -trainerin

Familie: Tochter Verena (17), Sohn Mathias (21) und vier Familienhunde

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