Machen statt nur reden

Wetter / 10.06.2014 • 18:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die 23-jährige Helene Glatter-Götz hat die Vorarlberger Umweltwoche 2014 koordiniert und hat große Pläne für die Zukunft. Foto: VN/Steurer
Die 23-jährige Helene Glatter-Götz hat die Vorarlberger Umweltwoche 2014 koordiniert und hat große Pläne für die Zukunft. Foto: VN/Steurer

Helene Glatter-Götz ist die engagierte junge Frau hinter der Umweltwoche 2014.

Dornbirn. (VN-daf) Eine Vorarlbergerin, die ausgezogen ist, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Eine Vorarlbergerin, die in die Heimat zurückgekehrt ist, um ihre Erfahrungen zu teilen. Das beschreibt Helene Glatter-Götz (23), Projektleiterin der Umweltwoche 2014, wohl ganz gut. Nach ihrem Studium des Umwelt- und Bioressourcenmanagements an der BOKU Wien war die gebürtige Schwarzacherin auf der Suche nach einer passenden Herausforderung in Vorarlberg. „Wie ich auf die Umweltwoche gestoßen bin? Ich habe einfach ‚Umwelt Vorarlberg‘ gegoogelt“, gibt sie verschmitzt zu. Glatter-Götz machte gleich Nägel mit Köpfen und bot ihre Hilfe an, eine Woche später war sie Verantwortliche der vom 31. Mai bis 9. Juni dauernden Umweltwoche.

Herausforderung im Ländle

Die Schwierigkeit lag für die Studentin, die schon an mehreren Projekten beteiligt war, vor allem in den für sie unbekannten Strukturen Vorarlbergs. „Ich war hauptsächlich in Wien und international unterwegs. Da galt es herauszufinden, wie die Organisationen im Ländle arbeiten“, erzählt die 23-Jährige. Unterstützung fand sie dabei in Fritz Studer und Jürgen Ulmer vom Umweltverband, die das Projekt bisher koordiniert haben.

Fünf Monate Vorbereitung stecken hinter der heurigen Umweltwoche. Wobei Glatter-Götz sich bescheiden in den Hintergrund stellt. „Wir sind ja eigentlich mehr eine Plattform. Ich koordiniere das Ganze zwar, für die Aktionen sind aber unsere Partner verantwortlich“, erklärt sie. Die Zusammenarbeit mit diesen hat der Idealistin imponiert. Es sei schön zu sehen, dass sich die Menschen in Vorarlberg einsetzen und hierzulande so viel passiert. Mit dem Endergebnis ist sie mehr als zufrieden, sogar das Wetter habe dieses Jahr großteils mitgespielt.

Ihre Bestimmung fand die junge Frau schon sehr früh. Als sie mit 13 Jahren den Film ,Erin Brokovich‘ sah, wollte sie sich zuerst als Anwältin für die Natur engagieren. „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass nicht alles so läuft, wie es sollte“, meint die Vegetarierin. Während ihres Studiums beschloss sie dann, nicht mehr länger zuzusehen, sondern selbst etwas zu ändern. Für die österreichische Organisation „GLOBAL 2000“ veranstaltete sie Konzerte, Ausstellungen, Flashmobs und Demonstrationen. Besonders viel Herzblut legte die Schwarzacherin in eine Aktion zur Nachhaltigkeit im Donauraum. Zusammen mit Studienkollegen wanderte sie ein halbes Jahr lang den Fluss entlang, um sich verschiedene Projekte anzusehen, und plante in den größeren Donaustädten dreitägige Veranstaltungen zum Thema.

Ambitionierte Zukunftspläne

Darauf möchte sich die 23-Jährige aber nicht ausruhen, sie hat sich für die Zukunft noch viel vorgenommen. „Ich möchte auf jeden Fall später wieder in Vorarlberg Fuß fassen. Im Moment bin ich aber auf der Suche nach neuen Abenteuern“, erzählt sie. Vielleicht werde sie auch noch ein Master-Studium absolvieren.

Und dann verrät sie ihn doch noch, ihren Lebens­traum. „Ich beschäftige mich derzeit mit der Entwicklung weg von der Gemeinschaft hin zu Single-Lebenswegen“, erklärt Glatter-Götz. Dem will die Aktivistin mit alternativen Modellen entgegenwirken. Sie versucht, um den Begriff „Kommune“ herumzuschiffen, als sie von ihrer Vision erzählt: „Cohousing“ in Vorarlberg. Einer Gemeinschaft also, in der zwar jeder sein Eigentum hat, aber vieles auch mit anderen geteilt wird. Etwa das Auto oder ein Rasenmäher, aber auch das eigene Wissen.

Mit 13 Jahren war ich vom Film ,Erin Brokovich‘ inspiriert.

Helene Glatter-Götz

Zur Person

Helene Glatter-Götz

ist Koordinatorin der fünften Vorarlberger Umweltwoche.

Geboren: 25.10.1990

Ausbildung: Bachelor in Umwelt- und Bioressourcenmanagement

Hobbys: Reisen, Natur

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