Eigenwald-Traum erfüllt

Wetter / 12.06.2014 • 18:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fritz Trippolt in seinem Element, dem Wald. Foto: LK Vorarlberg

Fritz Trippolt in seinem Element, dem Wald. Foto: LK Vorarlberg

Fritz Trippolt ist allseits bekannt, aber nicht als Waldbewirtschafter.

Bregenz. (Mam) Das dynamische Multi-Talent ist als 100.000-Volt-Mensch ständig unterwegs. Dennoch strahlt er Gelassenheit und Ruhe aus, nimmt sich Zeit. In Hirn und Herz des weltweit erfolgreichen Sport-Seglers pocht aber eine stille, große Leidenschaft: Holz und Waldarbeit. Am Bodensee aufgewachsen, sammelte er stets Schwemmholz. In erster Linie, um die Öfen im zweigeschoßigen, mit der Familie erbauten Haus zu beheizen. Dies war ihm zu aufwendig im Vergleich zu Schnitt- und Ofenholz oder Mondholz, das er auch über die Plattformen der Forstabteilung der Vorarlberger Landwirtschaftskammer und des Waldvereins vermarktet.

„Im richtigen Mond gefällte Bäume haben den geringsten Wassergehalt, sie können nur an zehn Tagen pro Jahr während der Wintermonate geerntet werden.“ Vorrang hat der Eigenbedarf, der bei maximal zehn Kubikmetern für die Beheizung von 200 Quadratmeter Wohnfläche liegt. “Etwa 100 Kubikmeter, natürlich getrocknet, und nur aus meinem Wald, habe ich immer auf Lager“, so Fritz Trippolt.

Kein „fauler Hund“

Warum er sich neben all den anderen Tätigkeiten und Hobbys so sehr dem Wald verschreibt? „Schon als Bub habe ich davon geträumt, einmal selbst eine kleine Parzelle zu besitzen. Als ständiger Pfändergeher habe ich natürlich viel gesehen und mich umgehört.“ Aus einzelnen Parzellen wurde innerhalb von 20 Jahren eine Waldfläche von 7,2 Hektar, die in zwei größere Gebiete aufgeteilt sind. Sie werden von ihm in Einzelbaumentnahme bewirtschaftet. Die Naturverjüngung kann aufkommen. Trippolt selbst legt beim Fällen mit eigenen Geräten und in notwendiger Schutzausrüstung Hand an, ein Kreis aus Freunden und Bekannten kümmert sich um Rest. Dafür bekommen sie Holz. Um den Einfluss des Wildes auf die Verjüngung selbst regulieren zu können, hat er vor drei Jahren die Jagdprüfung gemacht. Im besten Einvernehmen mit der Jagdgenossenschaft Fluh hat er freie Hand. Wildbret bleibt in der Familie, ebenso wie das Obst von den Bäumen der offenen Flächen. Unter dem Strich verdient er als landwirtschaftsfremder Wald-Eigentümer nichts. Im Gegenteil: „Das Ganze kostet mich immer noch viel Geld“, kalkuliert er. In einer vorläufigen Bilanz sind die Wirkungen beispielhaft positiv. Gelobt werden von Experten die Eigeninitiative, die naturnahe Bewirtschaftung, die neben der regionalen Bereitstellung von Holz auch einen Mehrwert an Erholung und Ausgleich zur täglichen Arbeit bietet. Schon gestern dachte er an morgen: Jetzt weiden auch Schafe auf seinen Flächen.

Viele wissen nicht, was ich im Holz überhaupt mache.

Fritz Trippolt
Fritz Trippolt in seinem Element, dem Wald. Foto: LK Vorarlberg

Fritz Trippolt in seinem Element, dem Wald. Foto: LK Vorarlberg

Zur Person

Fritz Trippolt

ist aktiver Waldbewirtschafter in Bregenz-Fluh, Kooperationen mit www.ofenholz.at; www.waldverein.at/mondholz.html

Geboren: 28. Mai 1957

Beruf: gelernter Maschinenbauer, Lehrer

Familie: verheiratet, zwei Söhne

Hobbys: Forstarbeit, Segeln, Jagd, Skifahren

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