Ein Schiffbauer und Segler

Wetter / 18.06.2014 • 20:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Markus Bilgeri hat auf dem Segelboot das richtige Feingefühl für das Zusammenspiel von Wind und Segel.  Foto: Thüringer
Markus Bilgeri hat auf dem Segelboot das richtige Feingefühl für das Zusammenspiel von Wind und Segel. Foto: Thüringer

Schon als Kind erkannte Markus Bilgeri, dass der See zu mehr als nur zum Baden taugt.

Sport. (VN-HT) Schon als Bub sparte Markus für einen Optimisten. Mit 15 hatte er das Geld für einen Laser beisammen. Die alten Segelhasen wurden auf den motivierten Buben aufmerksam, nahmen ihn auf ihren Yachten mit. „Von denen lernte ich eine Menge.“ Später erwarb er einen 470er, auf dem er es bis zum österreichischen Staatsmeister brachte. Auch auf dem Lacustre eines bekannten Regattaseglers diente er als Crewmitglied – ein prägendes Erlebnis.

Hobby zum Beruf gemacht

Bilgeri wurde Bootsbauer in der Kulhay-Werft und brachte es dort bis zum Meister. „Ich mag das Material Holz, vor allem beim Bootsbau geschieht noch viel mit Handarbeit. Es gibt eine Vielfalt von Formen, die Linien sind harmonisch und ästhetisch.“ 1995 startete Bilgeri die Umsetzung seines Traums, einen eigenen Lacustre zu bauen. „In 2600 Stunden habe ich alles bis zum Kiel komplett selbst gefertigt.“ Es zeugt schon von großer Begeisterung, trotz dieser Schufterei das Boot „con piacere“, was übersetzt „zum Vergnügen“ heißt, zu taufen. Kaum fassbar, dass Bilgeri dieses Marathonwerk nach wenigen Jahren verkaufte.

Segeln ist Teamarbeit

„Zu leichtfertig“, wie er im Nachhinein bedauerte, und begann, noch einen Lacustre zu bauen. „Diesmal war es viel schwieriger und aufwendiger.“ Weil sein Hang zum Perfektionismus inzwischen noch ausgeprägter war, brauchte er diesmal 3000 Stunden. Im Vorjahr gewann er bei der Jungfernfahrt gleich den Peri-Cup. Getauft hat er es diesmal auf „tesoro mio“, mein Schatz. Seit einem Jahr ist Markus Bilgeri als Pächter der Kulhay-Werft selbstständig. Bilgeri erwarb auch die Lizenz als Schiedsrichter und Wettfahrtleiter. Nach wie vor gewinnen ihn Eigner als Steuermann auf ihren Schiffen. Bilgeri weiß warum: „Ich strahle einfach Ruhe aus, es gibt kein lautes Geschrei. Zudem beobachte ich genau und setze die Leute dort ein, wo sie sich am besten eignen. Es siegt das Schiff mit der besten Teamarbeit. Perfekte Manöver sind gleich entscheidend wie gutes Steuern.“

Im Gegensatz zu ihrem Vater liebt die ältere Tochter Pia Pferde und reitet gerne. Zum Segeln hat sie keine Lust. „Das ist ihre Entscheidung, ich rede ihr nicht drein. Hauptsache, sie ist aktiv.“ Sophie, erst drei Jahre alt, ist zwar gerne auf dem Wasser unterwegs, „ist aber vorsichtig und schaut sich alles erst genau an“. Damit weisen die Mädchen schon wesentliche Eigenschaften ihres Vaters auf.

Perfekte Manöver sind gleich entscheidend wie gutes Steuern.

Markus Bilgeri
Markus Bilgeri hat auf dem Segelboot das richtige Feingefühl für das Zusammenspiel von Wind und Segel. Foto: Thüringer
Markus Bilgeri hat auf dem Segelboot das richtige Feingefühl für das Zusammenspiel von Wind und Segel. Foto: Thüringer

Zur Person

Markus Bilgeri

Der Harder nimmt ab morgen (Start 19.30 Uhr vor Lindau) zum wiederholten Mal an der Rundum-Langstreckenregatta teil.

Geboren: 11. 2. 1965 in Bregenz

Beruf: Selbstständiger Bootsbauer

Familie: verheiratet, Töchter Pia und Sophia

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