Voll im Einsatz in Libyen

Wetter / 01.08.2014 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nina Borufka (hinten rechts) betreut das Traumazentrum für Kinder und Jugendliche in Tripolis. Foto: Privat

Nina Borufka (hinten rechts) betreut das Traumazentrum für Kinder und Jugendliche in Tripolis. Foto: Privat

Nina Borufka half, das erste und bisher einzige Traumazentrum in Tripolis aufzubauen.

Schwarzach. (VN-lip) Erst letzte Woche ist Nina Borufka aus Libyen zurückgekehrt. Das „Libya Youth Center“ (LYC) hat seine Aktivitäten wegen der derzeitigen Sicherheitssituation und des Ramadans reduziert. Das gibt der Altacherin eine kurze Verschnaufpause. Seit April 2012 betreibt das Hilfswerk Austria International mit Unterstützung der OMV das Traumazentrum in der Hauptstadt Libyens. Borufka ist für das Hilfswerk vor Ort zuständig und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Kinder und junge Erwachsene von sechs bis 25 Jahren finden im LYC Freizeitbeschäftigungen und psychosoziale Hilfe. „Wir führen das eigentlich als Jugendzentrum und bieten ein einjähriges Programm an“, erklärt Borufka.

Demokratische Werte lernen

Die schulische Ausbildung im repressiven Gaddafi-Regime hatte weitreichende Folgen: Schlechte Qualität, veraltete Curricula und fehlende Ressourcen führten zu Unwissen und mangelnder Reflexion. Die Kinder sollen im Jugendzentrum durch Spaß und Spiel lernen: „Die nächste Generation soll sich so mit den neuen Werten wie Freiheit, Akzeptanz und Verantwortung auseinandersetzen. Richtige Demokratie hat es bis vor Kurzem einfach nicht gegeben.“ Den Kindern und Jugendlichen sollen so Chancen gegeben werden, die das Land nicht bieten kann. „Wir fordern und fördern junge Talente.“

Pro Jahr betreut das Traumazentrum, das schon das dritte Jahr läuft, 500 Kinder. Auf Nachhaltigkeit wird stark geachtet: Lokale Mitarbeiter sind schon vom ersten Tag an dabei. „Das Ziel war immer, die Leitung einer lokalen Institution zu übergeben. Darauf arbeiten wir hin“, so die Altacherin. Das LYC leitet auch Workshops für Lehrer und Pfadfinderführer, um möglichst viele Leute außerhalb des Zentrums zu erreichen. Mittlerweile ist das Jugendzentrum ein Selbstläufer und bietet den Kindern eine gewisse Stabilität.

Entwicklungsarbeit war nicht immer das Ziel der Vorarlbergerin. Nach dem Studium der Sozioökonomie arbeitete Borufka zuerst in der Privatwirtschaft. Es folgte eine Umorientierung ihrer persönlichen Werte: „Ich wollte mit Menschen arbeiten, in einem Land, das wirklich Unterstützung braucht.“ Menschen Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen und Resultate zu sehen, steht für die Altacherin im Mittelpunkt. „Das Besondere an unserem Projekt sind die Flexibilität und der Inhalt. Die Wertschätzung der Familie ist unbezahlbar“, meint Borufka.

Die Wertschätzung der Familien ist unbezahlbar.

Nina Borufka

Zur Person

Nina Borufka aus Altach

ist Projektmanagerin des Hilfwerks Austria International.

Geboren: 30. November 1980

Ausbildung: Studium der Sozioökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.