Schädlingen auf der Spur

Wetter / 22.08.2014 • 18:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Annika Machnik (17) ist Vorarlbergs einziger Lehrling der Schädlingsbekämpfung. Foto: L. Berchtold
Annika Machnik (17) ist Vorarlbergs einziger Lehrling der Schädlingsbekämpfung. Foto: L. Berchtold

17-jährige Andelsbucherin ist Vorarlbergs erster Lehrling der Schädlingsbekämpfung.

Andelsbuch. (VN-mig) Neben ihrem Schreibtisch im elterlichen Betrieb steht ein alter Schrank. Er dient drei Springmäusen als Unterkunft. „Andere haben Katzen oder Hunde“, sagt Annika Machnik. Sie habe sich eben für die Mäuse entschieden. Ein paar Meter weiter sind Küchenschaben hinter Glas. Was die meisten ekelt, macht der 17-jährigen Bregenzerwälderin gar nichts aus. Es sind die Tiere, mit denen sie in ihrer Ausbildung regelmäßig zu tun hat. Annika Machnik ist Vorarlbergs erster Lehrling der Schädlingsbekämpfung. Talent und Interesse sind ihr in die Wiege gelegt. Schon ihr Großvater hat Wespen, Ameisen und Küchenschaben bekämpft. Jetzt lernt sie das Handwerk von Anton Machnik, Vater und Lehrmeister zugleich. Für den theoretischen Teil der Ausbildung muss sie zehn Wochen im Jahr nach Kärnten in die Berufsschule, wo zwei weitere Lehrlinge ausgebildet werden. Mehr sind es nicht. Annikas Berufswunsch ist sehr exklusiv.

Schon in der Schulzeit sei sie in den Ferien mit ihrem Vater auf Ungeziefer-Jagd gegangen. „Ich habe es immer schon sehr spannend gefunden, wie die Tieren leben und wie sie sich verhalten“, so die angehende Kammerjägerin. Angst vor den Tieren hat sie keine, selbst wenn große Wespennester zerstört werden müssen. „Bisher hat mich bei der Arbeit noch nichts gestochen.“ Schutzkleidung und beim Einsatz von Gift auch eine Atemmaske gehören zur Berufsbekleidung der Andelsbucherin.

Heuer seien Wespen weniger Plage als etwa Ameisen. Von denen gäbe es sehr viele. Und das feuchte Wetter setzt Holz und Gebäuden zu. Hausschwamm und Schimmel kommen deutlich häufiger vor als in anderen Jahren. Der Holz- und Bautenschutz ist für Annika Machnik ein spannender Bereich.

„Gefällt mir richtig gut“

Seit einem Jahr ist sie nun täglich mit ihrem Vater unterwegs. „Und es gefällt mir richtig gut.“ Die Lehre möchte sie jedenfalls abschließen und dann im elterlichen Betrieb die Familien-Tradition aufrechterhalten. Die Machniks haben in der Branche einen exzellenten Namen. Das Einsatzgebiet ist ganz Vorarlberg. Für einzelne Aufträge geht es auch ins benachbarte Ausland.

Andere haben Hunde oder Katzen, ich habe drei Springmäuse.

Annika Machnik

Zur Person

Annika Machnik

Vorarlbergs erster Lehrling der Schädlingsbekämpfung

Geboren: 8. Juli 1997

Ausbildung: Volksschule, Hauptschule, Wirtschaftsfachschule Bezau, Lehrausbildung

Hobbys: Skifahren, Snowboarden

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