Ski, Schnee, Seilbahnen

Wetter / 27.11.2014 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie viele Skifahrer wünscht sich auch Martin Oberhammer endlich ausreichend Schnee. Foto: Daniel Hug
Wie viele Skifahrer wünscht sich auch Martin Oberhammer endlich ausreichend Schnee. Foto: Daniel Hug

Für Martin Oberhammer ist der Job bei Silvretta Montafon Leidenschaft und Berufung.

schruns. (VN-mm) Bei schönem Spätherbstwetter tauscht Martin Oberhammer gerne einmal seinen Arbeitsplatz im Büro gegen einen Außendienst am Berg. Trotzdem wäre er froh, wenn die Pracht bald ein Ende hätte. Dann nämlich könnten am Hochjoch endlich die Schneekanonen und in weiterer Folge, wenn genug künstliches Weiß auf den Pisten liegt, auch die neue Panormabahn den Betrieb aufnehmen. Dass die für Samstag geplante Eröffnung verschoben werden musste, ist ein Wermutstropfen für den Konstrukteur dieser imposanten Anlage. Aber: „Das wird schon noch“, gibt sich der sportliche Diplomingenieur zuversichtlich.

Unübliche Studienkombination

Schnee und Seilbahnen sind so etwas wie das Lebenselixier von Martin Oberhammer. „Schon als Kind konnte ich vom Schneeschaufeln nicht genug bekommen und habe am liebsten Spielzeugseilbahnen gebastelt“, erzählt er. Da lag für den Bregenzer nichts näher, als sich auch beruflich mit diesen Themen zu befassen. An der Universität für Bodenkultur in Wien schloss er mit Agrarwirtschaft und Wildbach- bzw. Lawinenverbauung zwar eine eher unübliche Studienkombination ab, jedoch mit dem Vorteil, dass er nun über wirtschaftliches und technisches Wissen verfügt.

Das Geld für das Studium verdiente sich der junge Mann selbstredend am Berg. „Im Winter war ich Skilehrer, im Sommer Hirte auf einer Alpe“, plaudert er unbefangen aus seiner Biografie. Oder er machte sich als Kontrollorgan der Agrarmarkt Austria auf den Weg. Hauptsache, Martin Oberhammer konnte draußen sein. Danach vertiefte er sein Fachwissen über Schnee, Lawinen und Skigebiete bei verschiedenen Praktika im In- und Ausland. Unter anderem absolvierte er Ausbildungen in Kanada und der Schweiz.

Umfassendes Tätigkeitsfeld

Vor sechs Jahren heuerte der umtriebige Schneefreund bei den Silvretta Montafon Bergbahnen an, wo ihm gleich umfassende Zuständigkeiten übertragen wurden. Die Skigebiets- und Projektentwicklung gehört dazu, ebenso die Planung von Infrastruktureinrichtungen wie Seilbahnen, Beschneiungsanlagen und Pisten. Das bisher größte von Martin Oberhammer geplante und realisierte Vorhaben war die Verbindung der Skigebiete Hochjoch und Nova mittels Grasjoch- und Hochalpilabahn.

Als Projektleiter beschäftigten ihn im vergangenen Sommer die Panoramabahn samt Erweiterung der Beschneiungsanlagen sowie Pistenbau- und Sicherungsmaßnahmen. Das Investitionsvolumen umfasste 19 Millionen Euro. „Derzeit werden gerade die 140 neu installierten Schneeerzeuger auf Herz und Nieren geprüft“, flicht Oberhammer ein. Schnee, Seilbahnen, Skifahren: Sein Beruf ist ihm gleichzeitig Berufung und Leidenschaft. Nicht umsonst skizziert er seinen perfekten Tag so: „Bei Sonnenschein und Pulverschnee mit Freunden schneebedeckte Berge erkunden und befahren. Im Montafon, irgendwo in den Alpen, in Norwegen oder Kanada.“ Bei diesen Worten geht Martin Oberhammer hörbar das Herz auf. Aber auch die Arbeit begeistert. „Neue Projekte bringen immer wieder neue Herausforderungen“, sagt er, und denen stellt er sich gern.

Neue Projekte bringen immer wieder neue Herausforderungen.

Martin Oberhammer

Zur Person

DI Martin Oberhammer

Geboren: 23. März 1981 in Bregenz

Familienstand: ledig

Beruf: Konstrukteur, Projektentwickler

Hobbys: Mountainbiken, Bergsteigen und alles, was sich mit Schnee machen lässt