Die Praxis gibt Sicherheit

Wetter / 26.04.2015 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lisa Heiberger ist froh über den Platz in der Lehrpraxis. „Robert Spiegel ist ein guter Lehrer“, lobt sie ihren Chef.  Foto: KH Dornbirn  
Lisa Heiberger ist froh über den Platz in der Lehrpraxis. „Robert Spiegel ist ein guter Lehrer“, lobt sie ihren Chef. Foto: KH Dornbirn  

Turnusärztin Lisa Heiberger schnuppert in einer Lehrpraxis medizinische Alltagsluft.

dornbirn. (VN-mm) Am Anfang war sie die Fremde im homogenen Praxissystem von Dr. Robert Spiegel. Inzwischen ist Lisa Heiberger bei den Patienten aber angekommen und anerkannt. „Ich darf sogar schon allein auf Visite gehen“, erzählt die angehende Ärztin. Dennoch genießt sie das „Meister-und-Lehrling-Verhältnis“, das ihr im Rahmen der Lehrpraxis zuteil wird. Im Herbst 2014 wurde dieses seit Langem geforderte Ausbildungsmodell in Vorarlberg realisiert. Es soll Turnusärzten, die mit dem Beruf eines Allgemeinmediziners liebäugeln, einen Einblick in dessen tägliche Arbeit geben. Lisa Heiberger war eine der ersten, die sich um einem Platz angestellt hat. „Ich habe mich noch am selben Tag beworben, an dem ich vom Projekt der Ärztekammer gehört habe“, sagt sie. Heute weiß die junge Frau mehr denn je: „Ich will Hausärztin werden.“

Der Liebe gefolgt

Lisa Heiberger stammt aus Deutschland. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Universität in Freiburg. Sie habe schon früh mit dem Gedanken gespielt, Allgemeinmedizinerin zu werden. Ein Praktikum bei einem Hausarzt auf dem Land bestärkte sie darin. „Es hat großen Spaß gemacht“, sagt Heiberger. Menschen umfassend begleiten zu können, macht für sie den Reiz der Allgemeinmedizin aus. Ungeachtet dessen wollte sie auch andere medizinische Fächer kennenlernen. Einen organisierten Turnus wie in Österreich gibt es in ihrem Heimatland allerdings nicht. Dass Lisa Heiberger jetzt am Krankenhaus Dornbirn alle Abteilungen durchmacht, verdankt sie auch der Liebe. „Ich habe in Konstanz einen Montafoner kennengelernt“, plaudert sie unbefangen aus der Schatzkiste ihres Lebens. Die Emmendingerin folgte ihm nach Vorarlberg, wo sie sich von Anfang an gut aufgenommen fühlte. Die Natur, die Berge: Es gefällt ihr hier. Und: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, zu bleiben.“

Selbstständiger geworden

Aber zuerst heißt es, die Ausbildung zu beenden. An der Ordination von Robert Spiegel schätzt Lisa Heiberger das „typische Hausarztdasein“, das ihr Chef in der Stadt praktiziert. „Er kennt seine Patienten, das vermittelt ein wunderbar familiäres Gefühl“, fühlt auch sie sich rundum wohl. Die Möglichkeit, nach der Theorie des Studiums die Praxis kennenzulernen, behagt Lisa Heiberger ebenfalls.

Die Medizin sei sehr umfangreich und erfordere ein ständiges Dazulernen. Außerdem unterscheide sich die Arbeit draußen sehr von jener im Krankenhaus. Die ersten sechs Monate in der Lehrpraxis haben der jungen Ärztin jedenfalls schon einiges gebracht. „Ich fühle mich sicherer im selbstständigen Umfang mit Patienten“, resümiert sie zufrieden.

Für Gemeinschaftspraxen

Ob sie es sich zutrauen würde, eine Praxis zu führen? Bei dieser Frage gibt sich Lisa Heiberger zurückhaltend. Nicht, weil sie ihren medizinischen Kenntnissen nicht traut. Vielmehr sind es die betriebswirtschaftlichen Belange, die sie als schwierig einstuft. Dennoch soll das auf ihrem Weg zur Landärztin keine Hürde sein. Was sie sich noch wünscht, sind mehr Gemeinschaftspraxen. „Diese Form sollte die Ärztekammer fördern“, meint sie mit Hinweis darauf, dass die Medizin immer weiblicher wird.

Obwohl sie ihren Job mit Leidenschaft ausübt, achtet Lisa Heiberger auf Ausgleich. Abschalten ist ihr wichtig, das tägliche Yoga deshalb ein Muss. Auch beim Wandern kann sie entspannen und beim Sinnieren über Pflanzen, die sie am Weg findet.

Ich fühle mich schon sicherer im Umgang mit Patienten.

Lisa Heiberger

Zur Person

Dr. Lisa Heiberger

Geboren: 29. Dezember 1986 in Emmendingen

Wohnort: Dornbirn

Familienstand: Lebensgemeinschaft

Beruf: Turnusärztin

Hobbys: Natur, Wandern, Skitouren, Yoga, Botanik