Erfahrung zum Mitnehmen

Wetter / 19.05.2015 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alexander Hoor hat Freude daran, im aha Dornbirn die Fragen junger Menschen zu beantworten.  Foto: Schuster  
Alexander Hoor hat Freude daran, im aha Dornbirn die Fragen junger Menschen zu beantworten. Foto: Schuster  

Alexander Hoor berät Jugendliche im aha und engagiert sich für politische Bildung.

Dornbirn. (VN-pes) Wem gehören meine Facebook-Bilder? Wie schreibe ich eine Bewerbung in Word? Wie bekomme ich die Viren von meinem Computer? Wenn am heutigen Mittwoch das aha um 16 Uhr in seinem Bregenzer Standort zur Veranstaltung „Experience to go“ (deutsch: Erfahrung zum Mitnehmen) einlädt, wird auch Alexander Hoor jungen Menschen helfen, ihre Fragen zu Smartphone, Tablet und PC zu beantworten. Am liebsten gibt der 20-Jährige Jugendlichen jedoch Antworten auf Fragen wie: „Warum sollte ich wählen gehen?“

Bei seiner Arbeit mit den Teenagern ist dem Dornbirner aha-Mitarbeiter vor allem die politische Bildung wichtig. In der digitalen Welt ist er freilich auch zuhause, als nebenberuflicher Grafikdesigner, ganz nebenbei.

In die aha-Büros im Land können Jugendliche mit allen möglichen Fragen kommen. Klassiker sind Probleme mit Lehrstellensuche, Bewerbungen oder Auslandsaufenthalten. Wenn die aha-Mitarbeiter selbst nicht helfen können, vermitteln sie an die richtige Stelle.

Tücken der digitalen Welt

Beim Thema digitale Welten gelten die Jugendlichen natürlich als ,Digital Natives‘, weiß Hoor, das heißt, man setzt quasi voraus, dass sie sich bei dem Thema auskennen, sie wachsen ja schließlich damit auf. Aber allwissend sind auch die jungen Leute nicht. Es kommen auch Fragen darüber, wie sicher das Verschicken von Fotos oder intimen Nachrichten denn nun wirklich ist. „Sobald ein Foto mein Handy verlässt, habe ich nicht mehr die 100-prozentige Kontrolle“, erklärt Moor. Apps wie Snapchat, das versendete Bilder direkt nach dem Ansehen löscht, haben auch ihre Tücken. „Man kann zum Beispiel Screenshots von den Fotos machen.“

Seit zwei Jahren selbstständig

Deswegen geben Alexander Hoor und sein Kollege Dietmar Übelher unter dem Motto „Experience to go – Zoff mit PC oder Smartphone?“ im Bregenzer aha zwei Stunden lang Tipps für den richtigen Umgang mit Digitalgeräten.

Wenn der fröhliche junge Mann mit dem bunten Ohrring und einer Sammlung an Festivalarmbändern am Handgelenk nicht im aha anzutreffen ist, kann es sein, dass er gerade Logos entwirft oder eine Website baut. Denn seit er 18 ist, ist er als Werbegrafikdesigner selbstständig. Der Absolvent der HTL Dornbirn hat schon in der Schulzeit immer gerne grafische Sachen gemacht.

In seiner HTL-Zeit begann er auch, sich für politische Bildung zu interessieren und ging zum Arbeitskreis kritischer Schülerinnen und Schüler, bei dem er sich noch heute engagiert. „Wir sind in Österreich Vorreiter mit dem Wahlrecht ab 16, aber wir haben es noch nicht geschafft, ein Schulfach ,Politische Bildung‘ einzuführen“, beklagt er. Für sein Engagement im AKS geht durchaus auch viel Freizeit drauf, aber das macht nichts. „Ich finde es wichtig, dass man das, was man tut, auch gern tut“, sagt Alexander Hoor.

Sein Zivildienst steht noch aus; wahrscheinlich wird er ihn beim Verein „Österreichische Kinderfreunde“ absolvieren, der unter anderem in Sommerlagern Zehn- bis 15-Jährige für das Thema Demokratie begeistern will.

Doch schon zuvor beginnt für den 20-Jährigen ein neuer Lebensabschnitt. Im Herbst zieht es ihn nach Wien, um zu studieren. „Wahrscheinlich Soziologie“, soll sein Fach werden. Doch auch das Leben in der Bundeshauptstatt reizt ihn. „Ich freue mich auf Wien. Es ist eine Stadt mit großer Vielfalt, unglaublicher Diversität.“

Sobald ein Bild mein Handy verlässt, habe ich nicht mehr die 100-prozentige Kontrolle.

Alexander Hoor

Zur Person

Alexander Hoor

Mitarbeiter beim aha Dornbirn, selbstständiger Grafikdesigner

Geboren: 1995 in Feldkirch

Ausbildung: HTL Dornbirn

Pläne: Soziologiestudium in Wien