Eine umwerfende Idee

07.10.2015 • 16:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Fink ist „Geburtshelfer“ des Werkraum Bregenzerwald. Bei Handwerk+Form ist er zum zweiten Mal am Start.  Foto: VN/Hartinger
Peter Fink ist „Geburtshelfer“ des Werkraum Bregenzerwald. Bei Handwerk+Form ist er zum zweiten Mal am Start. Foto: VN/Hartinger

Peter Fink ist immer für eine Überraschung gut – hin und wieder steckt auch ein Ei dahinter.

Andelsbuch. (VN-ger) Allzu viel verraten will Peter Fink noch nicht. Nur so viel: Er hat in Andelsbuch das Beton-Ei von Werner Schedler umgelegt, gemeinsam mit Andreas Mohr, der als Gestalter fungierte. „Wir haben ihm Leben eingehaucht. Es hat innen eine Gestaltung bekommen“, umschreibt der 62-Jährige den Kooperationsbeitrag für den Wettbewerb Handwerk+Form. Die insgesamt 115 anonymen Einreichungen wurden von einer internationalen Jury bewertet. Am morgigen Freitagabend stehen die Preisverleihung und die Ausstellungseröffnung auf dem Programm.

Der Werkraum Bregenzerwald wurde 1999 gegründet und versteht sich als innovative Plattform und als Sprachrohr für das Handwerk. 83 Handwerks- und Gewerbebetriebe sind mittlerweile Mitglied im Verein. Der Wettbewerb Handwerk+Form wird alle drei Jahre in Kooperation mit dem Handwerkerverein Andelsbuch durchgeführt.

Herausforderung

Peter Fink ist Vorstands- und Gründungsmitglied des Werkraum. Nach den beheizbaren Möbeln ist es für ihn heuer die zweite Wettbewerbsteilnahme. „Es ist einfach eine Herausforderung, sich mit einem Thema näher zu beschäftigen. Auch die Zusammenarbeit, die mit anderen Handwerkern und Gestaltern passiert, reizt mich“, sagt der Installateur und Heizungsbauer „im ersten Ruhejahr“.

Den Familienbetrieb mit über 130-jähriger Tradition hat der Bezauer Ende letzten Jahres an seinen Sohn Martin übergeben. An die Ausdrücke Pension oder Rente muss sich Peter Fink allerdings erst noch gewöhnen. „Mal schauen, was auf mich zukommt“, meint er und schmunzelt. Langweilig wird ihm deswegen aber trotzdem nicht. Die Geschichte des Handwerks zählt schon seit einigen Jahre zu seinen Hobbys. Derzeit schreibt er an einer Dokumentation über die „Vorarlberger Barockbaumeister und ihre Zunft im Hinteren Bregenzerwald“. „Das wird ein längeres Projekt, es ist ziemlich zeitintensiv“, erzählt er. Weiterhin begleiten möchte er auch die Werkraum-Nachwuchsprojekte. „Man darf nie stehenbleiben, man muss immer dranbleiben. Da helfe ich gerne mit.“

Neues Ausbildungsmodell

„Handwerk im Unterricht“ nennt sich das eine Projekt, das seit 2005 in den Bregenzerwälder Haupt- und Mittelschulen durchgeführt wird. Ein anderes dürfte bei der Präsentation nächste Woche für Furore sorgen. Geplant ist ein fünfjähriges Ausbildungsmodell mit den Wirtschaftsschulen Bezau, bei dem die Schüler bereits während ihrer Schulzeit an das Handwerk herangeführt werden. Gleichzeitig wird die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt. Läuft alles nach Plan, könnte mit der ersten Klasse bereits im kommenden Jahr gestartet werden. „An den bestehenden Modellen wollen wir nicht kratzen, sondern eine zusätzliche Ausbildung für junge Menschen schaffen“, betont der 62-Jährige.

Antworten

Das Thema Nachwuchs beschäftigt Fink und seine Kollegen schon lange. „Der Großteil geht ins Land hinaus. Wir müssen schauen, wie wir uns selber helfen können“, erläutert der Neo-Pensionist. Eine Antwort auf die aktuelle Nachwuchsfrage ist das neue Ausbildungsmodell. Peter Fink ist zuversichtlich. „Ohne den Verein wäre es nicht oder nur sehr schwer möglich, solche Projekte zu starten. Man findet immer Mitstreiter, die bei einer guten Sache mitmachen.“

Wir wollen eine zusätzliche Ausbildung schaffen.

Peter Fink

Zur Person

Peter Fink

ist Vorstands- und Gründungsmitglied des Werkraum Bregenzerwald

Geboren: 11. November 1952

Wohnort: Bezau

Familie: verheiratet, drei erwachsene Kinder

Ausbildung: Fachschule für Maschinenbau an der HTL Bregenz, Meisterprüfung

Beruf: selbstständiger Installateur und Heizungsbauer „im ersten Ruhejahr“

Hobbys: Sport, Natur, Werkraum, Geschichte des Handwerks