Ein Meister seines Fachs

Wetter / 21.10.2015 • 18:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefan Lässer vor seiner Meisterarbeit, dem Hennenmobil: „Damit kann man fast ungenutzte Flächen mit Hennen belegen.“  VN/Steurer
Stefan Lässer vor seiner Meisterarbeit, dem Hennenmobil: „Damit kann man fast ungenutzte Flächen mit Hennen belegen.“ VN/Steurer

Stefan Lässer aus Hard ist Landwirt, und das mit „ausgezeichnetem Erfolg“.

Hard. (VN-ger) Die vergangenen zwei Jahre hatten es für Stefan Lässer in sich. Bis zu drei Mal wöchentlich drückte er neben seiner Arbeit auf dem Harder Schlösslehof die Schulbank, lernte abends auf die Prüfungen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. „Ich bin brutal froh, dass ich es gemacht habe“, resümiert der 36-Jährige. „Man braucht allerdings eine Familie die dahintersteht und mithilft.“

Im Oktober konnte Stefan Lässer seinen Meisterbrief in Empfang nehmen und dabei einen „ausgezeichneten Erfolg“ einfahren. „Beim Kfz-Meister hat es mit einer Auszeichnung nicht geklappt“, ergänzt er schmunzelnd.

„Etwas größer“

Die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister startet alle zwei Jahre und wird von der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle der Landwirtschaftskammer angeboten. Ausgehend von der Analyse des Betriebes und der Bewertung der betrieblichen Kennzahlen, entwickelten die insgesamt 16 Teilnehmer Ideen für eine aktive Weiterentwicklung des Betriebs und planten deren Umsetzung. „Man sieht das Thema Landwirtschaft plötzlich etwas größer. Ich habe schon beim Mechanikermeister gesehen, wie wenig ich vorher eigentlich gewusst habe“, sagt der zweifache Familienvater.

Auf dem Biohof der Lässers leben Rinder, Hühner und Bienen. Aus der Milch werden Topfen, Frischkäse, Joghurt, Weichkäse, Rahm und Butter hergestellt. Die Legehennen aus Wiesen-Freilandhaltung sind nicht nur begehrte Eier-, sondern auch Suppenhuhn-Lieferanten. Im Hofladen werden außerdem Kalbfleisch, Rindfleisch, Knabbernossi, Bündnerfleisch, Landjäger, Salami, Marmeladen, Apfelmus, Bärlauchpesto, Holdersirup oder Süßmost verkauft. „Ich schaue, dass kein Produkt unveredelt den Hof verlässt“, führt Stefan Lässer aus. 

Leidenschaft

Der Harder absolvierte nach der Landwirtschaftsschule zunächst eine Ausbildung zum Mechaniker. Dass er einmal etwas mit Landwirtschaft machen möchte, wusste er allerdings schon immer, sagt er: „Ich empfinde meine Arbeit nicht als Beruf. Es ist meine Leidenschaft.“ Wenn es Stefan Lässer doch einmal nach etwas Abwechslung zumute ist, dann zieht es ihn auf die Skipiste oder auf den Flugplatz. „Beim Fliegen kann ich herunterfahren. Man ist weg vom Boden und die Probleme bleiben unten“, schwärmt er.

Immer weiter

Noch läuft der Pachtvertrag für den Hof bei der Mittelweiherburg auf seine Mutter. Der 36-Jährige hofft jedoch, dass er ihn in zwei Jahren übernehmen kann. Eine fundierte Ausbildung ist für ihn dabei das Um und Auf. „Nichts zu tun, ist nichts für mich. Ich informiere mich gerade über eine Weiterbildung über Böden. Das ist die Grundlage von allem“, verrät er.  

Man sieht das Thema Landwirtschaft plötzlich etwas größer.

Stefan Lässer

Zur Person

Stefan Lässer

ist frischgebackener landwirtschaft­licher Meister

Wohnort: Hard

Geboren: 30. Juni 1979

Ausbildung: Landwirtschaftsschule Hohenems, Mechanikerlehre und -Meisterprüfung, Ausbildung zum landwirtschaftlichen Meister

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Fliegerei, Skifahren