Der Gesetzesenthusiast

29.10.2015 • 18:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neuer Volksanwalt, altes Türschild: Florian Bachmayr-Heyda in seinem neuen Büro. Foto: VN/Hofmeister
Neuer Volksanwalt, altes Türschild: Florian Bachmayr-Heyda in seinem neuen Büro. Foto: VN/Hofmeister

Florian Bachmayr-Heyda beginnt seine Arbeit als neuer Volksanwalt. Er ist Kopf- und Bauchmensch und Idealist.

Bregenz. (VN-mip) Mit dem Fahrrad durch das Himalaja­gebirge. Zuletzt mit dem Rucksack durch Indonesien. Nächstes Ziel Südamerika. Florian Bachmayr-Heyda liebt es, zu reisen. Privat. Beruflich sieht die Sache anders aus. Der 51-Jährige begibt sich heute, Freitag, auf seine erst zweite große berufliche Reise. Auf in ein neues Amt: Bachmayr-Heyda beerbt Gabriele Streles Sessel als Landesvolksanwalt.

Justitia soll eine trockene Persönlichkeit sein? Gesetze langweilig? Die Volksanwaltschaft ein weiteres fades Amt in den Untiefen der Gesetzeswächter? Von wegen! Bachmayr-Heyda ist der Beweis: „Schon während meines Studiums habe ich mich mit der Volksanwaltschaft beschäftigt. Ich finde diese Institution eine richtig coole Sache.“ Spricht er über Paragrafen, wird er enthusiastisch: „Recht erscheint trocken. Aber der Sinn ist, dass es allen Menschen gut geht und jeder zu seinem Recht kommt.“

Kopf und Bauch

Florian Bachmayr-Heyda hat zwei Seiten. Kopfmensch: „Ein Volksanwalt muss behördliche Vorgänge sehr genau prüfen und feststellen, ob etwas objektiv richtig ist. Es geht nicht darum, subjektive Ansichten durchzusetzen, im Gegensatz zu einem Rechtsanwalt.“ Bauchmensch: „Würde man sich immer vor allen Entscheidungen überlegen, welche Probleme möglicherweise auftreten könnten, würde man nichts machen.“ Zum Beispiel wäre er vor sieben Jahren nicht durch den Himalaja geradelt. Und er hätte sich wohl nicht als Volksanwalt beworben. „Es ist kein 08/15-Job von acht Uhr in der Früh bis fünf Uhr am Abend.“ Seine Vorgängerin erklärte, sie freue sich, endlich wieder Zeit für die Familie zu haben.

Die Familie ist der Grund, weshalb Bachmayr-Heyda seine Heimat Wien verlassen hat und nach Vorarlberg übersiedelte. Direkt nach dem Jus-Studium; fast 26 Jahre ist das her. Es war seine erste große berufliche Reise. Von der Diplomarbeit zum Gerichtsjahr beim Bezirksgericht Montafon. Anschließend ging es zum Institut für Sozialdienste (IfS). Begonnen als Zivildiener, beendet als Leiter der Abteilung Sachwalterschaft. Als seine zweite berufliche Reise begann: in die Gegenwart, auf den Sessel des Landesvolksanwalts.

Der 51-Jährige wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Bregenz, in Fußweite zur neuen Arbeitsstelle. Mittlerweile ist Bachmayr-Heyda ein richtiger Vorarlberger: „Hier ist es einfach wunderschön, speziell in Bregenz.“ Dass das Schicksal ein Meister ironischer Wendungen sein kann, ist hinlänglich bekannt. Auch beim neuen Landesvolksanwalt. Während er im Land sesshaft wurde, zog es seine drei Töchter Anna, Viola und Alina nach Wien. Dort leben sie nun.

Vor seinem Amtsantritt hatte Florian Bachmayr-Heyda fünf Wochen Urlaub. Vier davon verbrachte er in Indonesien. Eine Erfahrung habe er bisher auf allen Reisen gemacht: „Die Menschen frühstücken anders, bauen andere Kirchen, sonst sind sie eigentlich überall gleich.“ Florian Bachmayr-Heyda: Kopfmensch, Bauchmensch und Idealist. So sehr Idealist, dass er seinem neuen Job ein frühes Ende wünscht: „Es wäre toll, wenn es diese Stelle nicht geben müsste, weil jedes Gesetz befolgt wird und alle Menschen gut aufgehoben sind.“ Bis dahin hat er allerdings noch einiges zu tun, der neue Volksanwalt von Vorarlberg.

Ich finde diese Institution eine richtig coole Sache.

Florian Bachmayr-Heyda

Zur Person

Florian Bachmayr-Heyda

Neuer Vorarlberger Volksanwalt

Geboren: 10. September 1964

Ausbildung: Jus-Studium in Wien, Gerichtsjahr BG Montafon

Laufbahn: Zuletzt Leiter IfS-Sachwalterschaft

Privat: Wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Bregenz, drei Töchter, alle in Wien