Wertschätzung fürs Land

Wetter / 02.11.2015 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Köb übergab Ulrike Willam-Kinz den Vorsitz des Vereins der Vorarlberger in Wien. Foto: Verein der Vorarlberger in Wien
Andreas Köb übergab Ulrike Willam-Kinz den Vorsitz des Vereins der Vorarlberger in Wien. Foto: Verein der Vorarlberger in Wien

Mit Ulrike Willam-Kinz hat der Verein der Vorarlberger in Wien erstmals eine Obfrau.

Wien. (VN-ebi) Die Vorarlberger haben in Wien einen guten Ruf. Sie gelten als zielstrebig und fleißig. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist der Dialekt. So sind sie in der Bundeshauptstadt kaum zu überhören. Auch vom Verein der Vorarlberger in Wien kann in Superlativen gesprochen werden. Schließlich ist er mit Abstand der erfolgreichste Bundesländerverein in der österreichischen Hauptstadt. Mit über 1000 Personen liefert er sich derzeit lediglich mit Oberösterreich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der absoluten Mitgliederzahlen. In seinem 130-jährigen Bestehen wird der Verein nun erstmals von einer Frau angeführt. Die gebürtige Bregenzerin Ulrike Willam-Kinz übernahm den Vorstandsvorsitz von Andreas Köb.

Seit 17 Jahren im Vorstand

Die 54-Jährige kam 1979 nach der Matura nach Wien und nahm von Beginn an immer wieder an Veranstaltungen des Vereins der Vorarlberger teil: zugegeben, weil es dort günstig oder gratis zu essen gab, sagt Willam-Kinz: „Besonders gut kann ich mich an eine Schlachtpartie erinnern. Hermann Gmeiner, der Gründer des SOS-Kinderdorfs, hat dort einen Vortrag gehalten. Es war imposant, ihn persönlich zu treffen.“ Nun ist die Bregenzerin bereits seit 17 Jahren im Vorstand. Das Besondere am Verein sei die Verbundenheit, die man zu Vorarlberg aufrechterhalten könne. Diese wachse mit zunehmendem Alter wieder, glaubt Willam-Kinz: „Das hat auch viel mit der Wertschätzung für das Land Vorarlberg zu tun.“

Als Obfrau müsse sie keine zusätzlichen, weiblichen Akzente setzen. Schließlich werde der Verein laufend an die aktuellen Erfordernisse angepasst. Das sei auch der Grund für den Erfolg der Vorarlberger in Wien. Während sie nicht komplett traditionell ausgerichtet seien, seien viele der anderen Bundesländervereine deutlich überaltert und haben Schwierigkeiten, junge Leute zu finden. „Wir haben immer versucht, alle Menschen einzubinden. Die vielen Veranstaltungen, die wir organisieren, sind auch an die unterschiedlichsten Interessengruppen gerichtet“, sagt Willam-Kinz. Highlight des Jahres ist der Ball der Vorarlberger in Wien. „Er erzielt am meisten Aufmerksamkeit, auch in Vorarlberg selbst, und kann die Funktion erfüllen, eine Verbindung zwischen dem Land und der Bundeshauptstadt zu schaffen“, erklärt die neue Obfrau. Sie selbst ist etwa jeden zweiten Monat in Vorarlberg. Einerseits aus familiären, andererseits auch aus beruflichen Gründen, erklärt sie.

„Ich wollte in die weite Welt“

Willam-Kinz ist seit 1995 selbstständige PR-Beraterin für Tourismusinstitutionen und -unternehmen. Unter anderem arbeitet sie mit Bregenzerwald-Tourismus und Bodensee-Tourismus zusammen. Ein Fixpunkt für den Vorarlbergbesuch sind neben Weihnachten auch die Bregenzer Festspiele.

Ursprünglich wollte die Vorarlbergerin in die große weite Welt ziehen und Sprachen lernen. Ganz so habe es sich nicht ergeben, gewissermaßen aber doch erfüllt. Der Tourismusbezug ihrer Arbeit gebe ihr viele Möglichkeiten und habe zwangsläufig mit Reisen zu tun, sagt Willam-Kinz. Die Öffentlichkeitsarbeit hat die PR-Beraterin erst 1987 als ihr berufliches Steckenpferd entdeckt. In diesem Jahr wurde erstmals ein entsprechender Lehrgang an der Universität Wien angeboten. Zuvor absolvierte Willam-Kinz die Europa-Sekretärinnen-Akademie. 1995 machte sie sich selbstständig. Im Nachhinein sei das erstaunlich einfach gewesen, schließlich habe sie in Wien schnell viele Vorarlberger Kunden gefunden.

Die Verbundenheit zum Land wächst mit zunehmendem Alter.

Ulrike Willam-Kinz

Zur Person

Ulrike Willam-Kinz

ist Obfrau des Vereins der Vorarlberger in Wien, PR-Beraterin.

Geboren: 16. August 1961, Bregenz

Ausbildung: Realgymnasium Gallus­stift, Europa-Sekretärinnen-Akademie, Uni-Lehrgang für Öffentlichkeitsarbeit, seit 1995 selbstständig