Unermüdliche Helferin

04.11.2015 • 17:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Diese Puppen bringt Stefanie Keßler krebskranken Kindern im Spital vorbei. Foto: VN/ram
Diese Puppen bringt Stefanie Keßler krebskranken Kindern im Spital vorbei. Foto: VN/ram

Seit Jahrzehnten unterstützt Stefanie Keßler aus Bregenz Menschen in Notsituationen.

bregenz. (VN-ram) Eine Sache zieht sich wie ein roter Faden durch das bewegte Leben von Stefanie Keßler: der Einsatz für andere. Seit vielen Jahren hilft sie notleidenden Menschen. „Ich komme gerade von einer Frau, die 320 Euro im Monat für sich, eine ältere Tochter und ihre kleinen Zwillinge zum Leben hat“, erzählt die 81-Jährige. Fälle wie diese kennt sie zur Genüge, obwohl es sie auch immer wieder emotional berührt. Sie bringt der Frau Lebensmittel und unterstützt sie, wie es nur geht.

Unermüdlicher Einsatz

„Wenn mir jemand am Herzen liegt, dann kämpfe ich“, sagt Keßler. Durch ihren unermüdlichen Einsatz hat sie sich einen Namen gemacht. „Ich bin glücklicherwiese sehr gut vernetzt“, erzählt die gelernte Sozialhelferin. „Besonders durch den Kiwanis Klub und hier besonders Gründerin Monika Stickler, sowie Inge Sulzer vom ‚Familienbund Vorarlberg Notfallhilfe’, aber auch viele private Spenden kann ich jenen Menschen, die Hilfe brauchen, schnell unter die Arme greifen.“ Seien es Familien in Not, Kinder, die an einer Krebserkrankung leiden, aber auch Organisationen wie die CliniClowns, Tischlein deck dich und der Weiße Ring – nur um einige Beispiele zu nennen – Keßler hilft, wo sie kann. Auch im Alter von 81 Jahren gönnt sie sich keine Pause. Momentan gibt sie sieben Geschwistern aus Syrien im Alter von zwei bis 17 Jahren Deutschunterricht.

Menschen zu helfen, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind, liegt ihr am Herzen, hat es doch auch viel mit ihrer eigenen Biografie zu tun. Schon in den 1950er-Jahren hat sich die Sozialhelferin in Hall (Tirol) nämlich für die Caritas um Personen gekümmert, die aus osteuropäischen Staaten geflohen sind. „Die Menschen vergessen, dass es auch früher schon viele Flüchtlinge gegeben hat“, sagt Keßler. 

Eigene Fluchterfahrung

Die gebürtige Wienerin hat selbst Fluchterfahrung. Sie musste in jungen Jahren zunächst Wien wegen des Nationalsozialismus und später Prag wegen des Kommunismus verlassen. Gelandet ist sie in Tirol, wo sie auch ihre Ausbildung abschließen konnte. „Eigentlich wollte ich nach Amerika, aber durch meine Heirat bin ich dann schließlich nach Vorarlberg gekommen“, sagt sie lächelnd. Als ihre drei Söhne alt genug waren, hat sie sich sofort wieder in die Arbeit für Menschen in Not gestürzt. Das ist 40 Jahre her. „Mir hat man schon einmal gesagt, dass ich mit meinem Erlebten einen Roman schreiben könnte“, sagt Keßler. „Ich glaube, das stimmt.“

Wenn mir jemand am Herzen liegt, dann kämpfe ich.

Stefanie Keßler

Zur Person

Stefanie Keßler

… hilft als gelernte Sozialhelferin Menschen, die sich in einer Notlage befinden.

Geboren: 19. 9. 1934

Wohnort: Bregenz

Hobbys: Rudern, Sport allgemein, Theater, Musik