Einmal Mohi, immer Mohi

Wetter / 26.04.2016 • 18:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Elsbeth Hämmerle organisiert die Mohi-Einsätze anderer, arbeitet selbst aber auch noch gerne mit. Foto: vn/mohr
Elsbeth Hämmerle organisiert die Mohi-Einsätze anderer, arbeitet selbst aber auch noch gerne mit. Foto: vn/mohr

Elsbeth Hämmerle fand in der Begleitung alter Menschen eine neue Aufgabe.

Lustenau. (VN-mm) Im „Schützengarten“ ist sie geboren, hier hat sie zwei ihrer drei Söhne zur Welt gebracht, und nun ist Elsbeth Hämmerle dorthin zurückgekehrt, doch diesmal in anderer Mission. Seit fünf Jahren arbeitet sie beim Mobilen Hilfsdienst (Mohi), der im „Schützengarten“ sein Büro hat. Eineinhalb Jahre war Elsbeth Hämmerle ausschließlich als Helferin im Einsatz, mittlerweile unterstützt sie auch die Einsatzleitung. Doch ganz konnte sie von ihrer ursprünglichen Tätigkeit nicht lassen. Noch immer betreut und begleitet sie regelmäßig zwei alte Menschen, damit diese möglichst lange zu Hause bleiben können. „Einmal Mohi, immer Mohi“, sagt Elsbeth Hämmerle und lächelt zufrieden.

Neue Herausforderung

Dabei kommt die Lustenauerin aus einem ganz anderen Metier. Sehr lange hat sie im Exportgeschäft ihres Mannes und da im Verkauf mitgeholfen. Dann suchte sie eine neue Herausforderung. Auf die Idee, es beim Mobilen Hilfsdienst zu probieren, wurde Elsbeth Hämmerle von ihrer Nachbarin gebracht. So entschied sich bei Kaffee und Kuchen die weitere berufliche Zukunft der Hobbymalerin. „Es war die richtige Entscheidung“, befindet sie. Denn es sei eine wertschätzende Beschäftigung. „Man gibt viel, erhält aber noch mehr zurück“, erzählt Elsbeth Hämmerle.

Sich auf betagte Menschen einzulassen verlangt, sich selbst etwas zurückzunehmen. „Es ist wichtig, auf die Klienten einzugehen“, betont Hämmerle. Trotzdem muss vorher genau festgelegt werden, was zu tun ist. Es brauche eine gute Basis: „Die Arbeit soll ja erfüllend sein.“ In den meisten Fällen funktioniert das von Anfang an. Mohi-Helferinnen sehen sich in erster Linie als Begleiter durch den Alltag. Die Senioren haben stundenweise Gesellschaft und dann wieder ihre Privatsphäre. „Das würde ich mir im Alter auch wünschen“, merkt Elsbeth Hämmerle an.

Mit 123 Frauen, 250 Klienten sowie jährlich rund 56.700 Einsatzstunden zählt der Mohi Lustenau zu den größten seiner Art. Hämmerle sieht den Stellenwert der Mohis im Betreuungsnetz klar gestiegen. „Wir können schnell auf Bedürfnisse reagieren“, nennt sie einen der bedeutendsten Vorteile dieses Angebots. Aber die Frauen müssen ebenso mit Abschied umgehen können. Rituale, die in Schulungen vermittelt werden, helfen dabei. Elsbeth Hämmerle findet Ausgleich bei der Arbeit auf einem Acker im Ried.

Für eine erfüllende Arbeit braucht es auch eine gute Basis.

Elsbeth Hämmerle

Zur Person

Elsbeth Hämmerle

Geboren: 19. Oktober 1960

Wohnort: Lustenau

Familie: verheiratet, drei Söhne

Beruf: Mohi-Einsatzleitung und -Helferin

Hobbys: Therapeutic-Touch, Acrylmalerei, der Acker im Ried