Für Kinder und Mamas da

Wetter / 05.06.2016 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefanie Hagspiel bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Von der Ausbildung hat sie auch persönlich profitiert.  Foto: vn/mm
Stefanie Hagspiel bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Von der Ausbildung hat sie auch persönlich profitiert.  Foto: vn/mm

Stefanie Hagspiel, selbst fünffache Mutter, ist auch Eltern-Kind-Gruppenleiterin.

hittisau. (VN-mm) Mit fünf Kindern, von denen das jüngste gerade einmal sechs Monate alt ist, wäre Stefanie Hagspiel eigentlich ausgelastet. Möchte man meinen. Doch die quirlige junge Frau liebt es, sich weiterzubilden, und sie mag Kinder. Deshalb hat sie nach der Drogistenlehre die Kindergartenhelferinnenschule in Lindau absolviert und anschließend in einer Spielgruppe gearbeitet. Vor vier Jahren entschloss sich Stefanie Hagspiel, ihren Lebenslauf auch noch durch eine Ausbildung zur Eltern-Kind-Gruppenleiterin, die vom Katholischen Bildungswerk angeboten wird, zu ergänzen. Sie schätzt ihren Beruf, weil er sich wunderbar mit der Familie vereinbaren lässt. Als Stefanie Hagspiel in der Spielgruppe arbeitete, nahm sie eines der Kinder dorthin mit, das Größere wurde derweil im Kindergarten betreut. Jetzt ist das Kleinste in der Purzelbaumgruppe dabei. Eine stimmige Sache für die vielfache Mutter.

Beitrag zur Integration

Derzeit gibt es landesweit 70 Eltern-Kind-Gruppen. Einmal pro Woche treffen sich Mütter mit ihren Kleinkindern (0 bis 4 Jahre) für zwei Stunden, um zu plaudern und sich auszutauschen. Sieben bis acht Mamas mit jeweils ein bis zwei Kindern kommen in die Gruppe von Stefanie Hagspiel. Sie hat festgestellt, dass dieses Angebot auch einen Beitrag zur Integration von neuen Familien im Dorf leisten kann. „In einer solchen Gruppe entstehen sehr schnell Freundschaften“, freut sie sich über diese positive Nebenwirkung. Ebenso wichtig sei jedoch der Austausch untereinander. „Mütter sind im Alltag häufig allein und auf sich gestellt. Da tun Gespräche mit anderen gut“, weiß Hagspiel. Deshalb ist ihr die Elternarbeit ein besonderes Anliegen. Bei jedem Treffen wird mit den Müttern ein ausgesuchtes Thema behandelt. „Sie können selbst festlegen, worüber sie reden möchten“, sagt Stefanie Hagspiel, die als Gruppenleiterin für das Funktionieren der Kommunikation sorgt. Innerhalb der zehn Wochen, die eine Purzelbaum-Einheit dauert, wird der gemeinsam erstellte Themenplan abgearbeitet.

Sicherheit gebracht

Das geschieht ohne Kinder. Die werden nach einer ausgiebigen Spiel- und Spaßphase von einer Betreuerin beaufsichtigt. „Alles soll Raum haben“, ist die Devise von Stefanie Hagspiel. Sie machte die Ausbildung, weil sie wissen wollte, wie es ist, wenn neben Kindern auch Erwachsene dabei sind. Anfangs sei sie schon ein bisschen nervös gewesen. „Kinder sind unkompliziert“, wusste die Hittisauerin aus der Spielgruppe. Bei Erwachsenen brauche es oft mehr Anstoß. Mittlerweile kann sie es aber mit Klein und Groß. Ihr selbst habe der Lehrgang auch ein Stück weit mehr Sicherheit im Umgang mit Kindern und ihren Verschiedenheiten gebracht.

In der Breite wirksam

Über 100 Teilnehmer, vorwiegend Frauen, erhielten in Purzelbaum-Lehrgängen bereits die Befähigung, Eltern-Kind-Gruppen, offene Eltern-Kind-Treffs und Gesprächskreise für Eltern zu leiten. Momentan sind dreißig von ihnen aktiv tätig, darunter auch Flüchtlingsfrauen. Im Herbst startet der neunte Lehrgang. Die Räumlichkeiten für die Gruppen stellen Gemeinden und Pfarren zur Verfügung. „Das macht die Breite sichtbar, die Eltern-Kind-Gruppen haben“, merkt Stefanie Hagspiel an. Das Angebot ist übrigens eine Kooperation mit dem Bildungshaus Batschuns. Beiträge leisten auch Land und Familienministerium. Die Tarife sind sozial gestaffelt. Infos zum Lehrgang unter Telefon 0676/832402139.

In einer solchen Gruppe entstehen schnell Freundschaften.

Stefanie Hagspiel

Zur Person

Stefanie Hagspiel

Geboren: 15. Jänner 1981, Oberstdorf

Wohnort: Hittisau

Familie: verheiratet, 5 Kinder
(14, 11, 5, 3, 1/2)

Beruf: Eltern-Kind-Gruppenleiterin

Hobby: Basteln mit Freundinnen