Ein Bademeister-Urgestein

26.07.2016 • 16:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Werner Schuler sorgt als Bademeister für einen sicheren und erholsamen Aufenthalt in den Hohenemser Rheinauen. Foto: Hofmeister
Werner Schuler sorgt als Bademeister für einen sicheren und erholsamen Aufenthalt in den Hohenemser Rheinauen. Foto: Hofmeister

Werner Schuler (61) ist seit über 22 Jahren Bademeister in den Rheinauen in Hohen­ems.

Hohenems. (VN-jun) Kinder und Jugendliche springen ins Familienbecken. Pensionisten ziehen ihre Bahnen durch das Sportbecken. Es sind Sommerferien, und somit herrscht im größten Freibad Vorarlbergs Hochbetrieb. Einer behält dabei immer den Überblick: Werner Schuler. Er ist für Sicherheit und Ordnung im Erholungszentrum Rheinauen in Hohenems zuständig, und das seit 1994. Damit zählt der braungebrannte Bademeister selbst schon zum Inventar des Freibads. Der gebürtige Altacher begann nach der Hauptschule in Hohenems und dem polytechnischen Lehrgang eine Lehre als Werkzeugmacher in Götzis. 25 Jahre arbeitete er in diesem Beruf, bevor er Bademeister in den Rheinauen wurde.

Mädchen für alles

„Als Bademeister bin ich für das gesamte Bad zuständig und erledige sämtliche Arbeiten“, sagt Schuler. Dazu gehören das Mähen von knapp 120.000 Quadratmetern Rasenfläche, das Entnehmen von Wasserproben, die Filterreinigung, die Überwachung der Schwimmbadtechnik und natürlich die Badeaufsicht. In den Sommermonaten beginnt Schulers Arbeitstag um sieben Uhr in der Früh. „Als erstes reinige ich die Becken. Diese müssen um neun Uhr sauber sein, denn dann kommen die ersten Badegäste“, erzählt er. Gerade jetzt in den Sommerferien sind Tage mit mehreren Tausend Besuchern keine Seltenheit. Für den erfahrenen Bademeister ist das aber Routine. „Es ist für mich ganz normal, wenn hier im Sommer viele Kinder herumspringen. Besondere Aufmerksamkeit ist dann am Familienbecken gefragt“, weiß Schuler.

Lebensretter im Wasser

In den vielen Jahren konnte er schon über 30 Menschen das Leben retten. Während seiner Laufbahn als Bademeister musste Schuler aber auch schon ein paar tragische Unglücke miterleben. Trotzdem macht er seinen Job gerne. „Ich mag die Natur und die frische Luft. Meine Arbeit ist abwechslungsreich, jeder Tag ist anders. Zudem gefällt mir der Kontakt zu den Menschen“, berichtet der 61-Jährige. Das stellt für ihn die größte Herausforderung dar. Denn nicht alle Badegäste haben Verständnis für Schulers Anweisungen: „Ich muss Besuchern oft erklären, dass Nichtschwimmer und Kinder mit Schwimmflügeln im Sportbecken nichts zu suchen haben. Es geht dabei um die Sicherheit der Gäste.“

14-Stunden-Tage

Auch heute steht Schuler wieder am Beckenrand. Feierabend ist meistens nicht vor halb zehn Uhr abends. „Nach Badeschluss müssen wir noch alles aufräumen“, sagt er. Dafür hat Schuler im Winter drei Monate frei. Dann steht für ihn erst einmal Ausruhen an erster Stelle. In seiner freien Zeit hackt Schuler leidenschaftlich gerne Holz für seinen Kachelofen oder geht in die Berge zum Skifahren.

Ich mag die Natur und die frische Luft. Jeder Tag ist anders.

Werner Schuler

Zur Person

Werner Schuler

ist seit 1994 Bademeister in den Emser Rheinauen

Geboren: 18. Juli 1955 in Altach

Schule: Hauptschule Hohenems

Ausbildung: Lehre zum Werkzeugmacher

Familie: Frau Christine, zwei Kinder