Kindern Kunst beibringen

18.08.2016 • 16:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Barbara Winkler vor einem der Kunstwerke in der Austellung „For your eyes only“ von Marbod Fritsch.  Foto: sams
Barbara Winkler vor einem der Kunstwerke in der Austellung „For your eyes only“ von Marbod Fritsch. Foto: sams

Jugendliche kulturell aktiv zu machen, ist eine besondere Herausforderung. Ihr stellt sich Barbara Winkler.

BLUDENZ. (VN-ale) Für Kunst und Kultur konnte sich Barbara Winkler schon immer begeistern. Nach ihrem Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck zog es sie nach Hamburg, wo sie an der Hochschule für Musik und Theater Kultur- und Medienmanagement studierte. Bis Winkler dem Bludenzer Verein „allerArt“ beitrat, in dem sie hauptsächlich für die Bereiche Literatur und Bildende Kunst zuständig ist, engagierte sie sich unter anderem am Theater am Saumarkt in Feldkirch. Außerdem ist die dreifache Mutter Mitglied der Kunstkommission für Literatur. Als Lehrerin am BG Bludenz unterrichtet Winkler schon seit mehreren Jahren unter anderem Kulturelle Bildung. Ein österreichweit einzigartiges Fach, welches das BG Bludenz im Zweig „Kultur und Sprache“ in Unter- sowie Oberstufenklassen führt.

Im Rahmen dieses Pflichtfaches stellt Winkler bereits seit über einem Jahr ein besonderes Projekt auf die Beine: Die Peergroup-Kulturvermittlung von Jugendlichen für Kinder. Die ausgebildete Kunstvermittlerin verfolgt damit vor allem ein Ziel: „Wir wollen Kindern einen barrierefreien Zugang zur Kunst verschaffen. Es gilt, sie dazu zu bringen, selbst aktiv zu werden und Schwellen erstmals zu überwinden. Je früher sie lernen, sich mit Kultur ohne Hemmungen zu beschäftigen, desto besser. Kinder sollen sich ihre eigene Meinung bilden.“ Die Kulturvermittler sind in diesem Projekt Schülerinnen und Schüler aus dem BG Bludenz. Winkler betont die Hauptrolle ihrer Schützlinge: „Die Jugendlichen sind federführend im Projekt. Ich halte mich während des Workshops im Hintergrund. Aus Erfahrung weiß ich, dass Jugendliche einen anderen Zugang zu Kindern haben, der in diesem Fall einen Vorteil bringt.“ Auf Augenhöhe soll die Kulturvermittlung stattfinden, sodass sich die Kinder frei entfalten können.

Angeboten werden die Workshops beispielsweise im Rahmen von Veranstaltungen wie der Langen Nacht der Museen oder auch für Volksschulklassen. Aktuell läuft das Programm in Kooperation der Ausstellung „For your eyes only“ des Vorarlberger Künstlers Marbod Fritsch in Bludenz. „Die Rahmenveranstaltungen werden genau selektiert. Das Thema muss kindgerecht sein. Bildende Kunst hat sich für dieses Projektformat am besten bewährt“, sagt die Pädagogin.

Interaktivität im Workshop

Das Programm für Kinder gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. „Im ersten Teil versuchen die Jugendlichen, dialogisch mit den Kindern Bilder zu besprechen. Hier sollen die Kinder erzählen, was ihnen beim Anblick der Kunst einfällt und ihre Meinung kundtun.“ Am Ende des Workshops wird dem Nachwuchs die Möglichkeit geboten, vom gemeinsamen Gespräch inspiriert, selbst aktiv Kunst zu schaffen und zu malen.

Neben der Peergroup leitet Winkler das Kulturvermittlungsprojekt „kopfsprung“. „Hier verknüpfen wir Texte mit Film oder Musik, um nicht auf das bloße Lesen beschränkt zu sein, und jungen Erwachsenen einen multimedialen Zugang zur Literatur zu bieten“, erklärt Winkler. Außerdem schmiedet die Vorständin des Vereins „allerArt“ Ausbaupläne für die Peergroup-Kulturvermittlung: „Ziel ist es, das Programm auf andere Kunstbereiche wie Literatur, Musik und Film auszuweiten.“

Kinder sollen unbefangen mit Kunst umgehen können.

Barbara Winkler

Zur Person

Barbara Winkler

leitet im Verein „allerArt“ das Projekt der Peergroup-Kulturvermittlung.

Geboren: 1967 in Hohenems

Ausbildung: Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte; Kulturmanagement

Familie: verheiratet, 3 Kinder

Peergroup-Kulturvermittlung: 25. August, 17 bis 20 Uhr, Galerie allerArt. Die Ausstellung von Marbod Fritsch läuft bis 4. September.