Gastwirt mit viel Herzblut

Wetter / 14.02.2017 • 19:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Hüttenzauber ist bei uns garantiert“, verspricht Gastronom Markus Mangard all jenen, die seine Après-Ski-Bar besuchen.  Foto: VN/Hartinger
„Hüttenzauber ist bei uns garantiert“, verspricht Gastronom Markus Mangard all jenen, die seine Après-Ski-Bar besuchen. Foto: VN/Hartinger

Der Gast will nach dem Skifahren Party machen, ist der erfolgreiche Gastronom Markus Mangard überzeugt.       

Gaschurn. (VN-kum) „Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger, bin so stark, stark, stark wie ein Tiger, und so groß, groß, groß wie ’ne Giraffe, so hoch . . .“ In der urigen Après-Ski-Bar in Gaschurn wird kräftig mitgesungen. Junge, fesche Animateurinnen heizen die Stimmung zusätzlich an. Sie tanzen mit den Gästen Polonaise. An der Bar mixt Markus Mangard einen Drink nach dem anderen. Der Mitdreißiger in der zünftigen Lederhose schaut zufrieden in die johlende Runde und meint: „Hüttenzauber ist bei uns garantiert.“

Gast möchte Alltag vergessen

Mangard, der den „Ausrutscher“ seit zehn Jahren betreibt, weiß was die Touristen wollen: „Der Gast möchte den Alltag vergessen und sich noch einmal wie 16 fühlen.“ Seiner Meinung nach gibt es zu wenige Gasthäuser, die Après-Ski anbieten. „Dabei sucht der Gast das immer mehr. Er möchte nach dem Skifahren Party machen.“ Dass er mit seinem Lokal diese Lücke füllt, ist eines seiner Erfolgsgeheimnisse. Aber das allein hat ihn nicht zum erfolgreichen Unternehmer gemacht. „Man muss auch mit den Gästen können. Das ist eine Kunst und liegt mir.“ Mangard, der sich vor Kurzem seinen großen Traum erfüllt hat und ein Haus für sich und seine Familie bauen ließ, wechselt jetzt von der Bar zum DJ-Pult. Der gebürtige Gortipohler legt auch gerne auf. „Du bist nur erfolgreich, wenn du mit viel Herzblut dabei bist“, ist er überzeugt und spielt den Ballermannhit „Ein Bett im Kornfeld“. Mangards Arbeitstage sind lang. Der Gastronom, der 13 Angestellte hat, arbeitet in der Regel von 13 bis fünf Uhr in der Früh. Das macht er nicht nur, weil es seine helfenden Hände braucht, sondern aus Prinzip. Denn: „Man muss für seine Mitarbeiter das beste Beispiel sein. Ich bin der Erste und der Letzte in der Bar und packe überall mit an.“

Das „Schaffa“ habe er bereits als Jugendlicher gelernt. „Die Maurerlehre war hart. Es war eine prägende und strenge Zeit für mich.“ Maurer war nicht sein Traumberuf. „Mit 15 wusste ich noch nicht, was mir liegt. Da habe ich halt irgendeine Lehre gemacht.“ Im Winter, wenn am Bau nichts los war, betätigte sich Mangard als Skilehrer. Seine ersten Skischüler waren ein Wow-Erlebnis für ihn: „Es war sensationell. Ich merkte, wie gerne ich mit Menschen zusammen bin. Es war ganz anders als auf der Baustelle.“ Als Skilehrer kam er erstmals in Kontakt mit dem Gastgewerbe. „Ich habe abends in Bars ausgeholfen.“ Später arbeitete er als Barkeeper und zog mit dem Formel-I- und Moto-GP-Zirkus mit.

Schwierige Zeiten für Gastwirte

In dieser Zeit reifte in ihm die Entscheidung heran, sich als Gastronom selbstständig zu machen. 2006 legte er die Konzessionsprüfung ab. 2007 pachtete er in Gaschurn ein Lokal und baute es zu einer Après-Ski-Hütte und Disco um. „Es schlug gleich voll ein“, erinnert er sich lächelnd. Und: „Meine Eltern und Geschwister mussten mich tatkräftig unterstützen.“ Der Betrieb lief so gut, dass er im oberen Stock noch ein Restaurant, das Mäck Späck, eröffnete.

Mangard ist stolz auf das, was er erreicht hat. Die Arbeit garantiert ihm nicht nur das Auslangen, sondern macht ihm auch Spaß. Dennoch bezweifelt er, dass er sie bis zur Pensionierung ausüben wird. „Ich bin sehr gerne Gastwirt. Aber ich verändere mich gerne.“ Für seinesgleichen sieht er schwierige Zeiten anbrechen. Denn: „Es wird immer schwieriger, Personal zu finden. Auch das totale Rauchverbot wird es uns nicht leichter machen.“

Für Gastwirte sehe ich schwierige Zeiten anbrechen.

Markus Mangard

Zur Person

Markus Mangard

betreibt seit zehn Jahren erfolgreich die Après-Ski-Bar und Disko “Ausrutscher” in Gaschurn.

Geboren: 12. März 1982

Ausbildung: Maurer, Gastwirt, Hotelier

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Skifahren, Wandern

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