Das „Hornern“ als Sucht

Wetter / 16.02.2017 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lukas Bereuter ist seit dem vergangenen Jahr Obmann des Hornerclubs Sibratsgfäll.  Foto: M. Kuzmanovic
Lukas Bereuter ist seit dem vergangenen Jahr Obmann des Hornerclubs Sibratsgfäll. Foto: M. Kuzmanovic

Lukas Bereuter ist beim heutigen Hornerrennen in Sibratsgfäll mittendrin statt nur dabei.

Sibratsgfäll. (VN-tag) Der Hornerschlitten hat in Vorarlberg eine lange Tradition. Ursprünglich wurden Holzschlitten von den Bregenzerwälder Landwirten zum Heu- und Holztransport verwendet. Mittlerweile hat sich mit den besonderen Schlitten ein beliebter alpiner Rennsport entwickelt. 1992 veranstaltete der HC Sibratsgfäll das erste Rennen. Seit 2004 gilt der Hornerclub als offizieller Verein und zählt zurzeit 74 Mitglieder. Teilnehmer aus dem gesamten Bregenzerwald und dem angrenzenden Allgäu strömen auch heute wieder nach Sibratsgfäll, wo jedes Jahr das Hornerrennen stattfindet. Mit insgesamt 80 teilnehmenden Schlitten ist das Rennen am Krähenberg mittlerweile zu einem Groß­event in der kleinen Bregenzerwälder Gemeinde geworden. Erwartet werden auch heuer rund 1000 Besucher.

Als Pilot am Start

Mittendrin statt nur dabei ist Lukas Bereuter, der im vergangenen Jahr zum Obmann des HC Sibratsgfäll gewählt wurde und auch in die Organisation des Wettbewerbs eingebunden ist. Mit dem Hornern ist er seit seiner Kindheit verbunden. „Schon meine Eltern haben am Hornerrennen teilgenommen, mit 14 Jahren bin ich bereits selbst Rennen gefahren“, erinnert sich Bereuter. Acht Saisonen setzte er sich als Beifahrer auf den Schlitten. Beim diesjährigen Rennen geht der 23-Jährige als sogenannter Pilot an den Start. Als Hintermann fungiert sein Großcousin Georg Bereuter. „Das Hornerrennen ist für mich schon fast zur Sucht geworden. Es ist immer wieder spannend, zu versuchen, die Zeit der anderen Teilnehmer zu unterbieten“, schwärmt der Bregenzerwälder.

Beim Rennen benötigt es vor allem eines: Mut. Spektakuläre Stürze auf der 800 Meter langen Rennstrecke des Alpencups sind nämlich keine Seltenheit. Rasante Talabfahrten verlangen den Hornerpiloten viel Können beim Lenken, Bremsen und bei der Gewichtsverlagerung ab. „Da kann es schon manchmal zu Unfällen kommen, deswegen ist es wichtig, dass wir alle einen Helm tragen“, betont Bereuter, der seit mehreren Jahren als Bauarbeiter tätig ist.

Party zum Jubiläum

Heuer feiert das Rennen sein 20-jähriges Jubiläum. Das soll laut Bereuter auch gebührend gefeiert werden. „Bei der After-Race-Party sorgen die Wilden Engel für Partystimmung im Festzelt“, gibt er einen Vorgeschmack. Einzig auf das Wetter haben die Organisatoren keinen Einfluss. „Wir hoffen das Beste und ziehen das Rennen durch, egal was kommt.“

Mit 14 Jahren bin ich zum ersten Mal ein Rennen gefahren.

Lukas Bereuter

Zur Person

Lukas Bereuter

Obmann des HC Sibratsgfäll

Geboren: 15. Juli 1993, Bregenz

Wohnort: Sibratsgfäll

Ausbildung: gelernter Elektriker

Hobbys: Hornerclub, Feuerwehr, Skifahren

Das Jubiläumshornerrennen
findet heute, Freitag, ab 19 Uhr in Sibratsgfäll (Krähenberg) statt.