Stimme für die Kinder

Wetter / 26.02.2017 • 18:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jana Berchtold mit einem der „Riesenkinder“. Dieses steht für das Grundrecht auf Meinungsfreiheit.
Jana Berchtold mit einem der „Riesenkinder“. Dieses steht für das Grundrecht auf Meinungsfreiheit.

Jana Berchtold will etwas bewegen. Daher ist sie Jugendbotschafterin für Kinderrechte. 

Wien. (VN-ebi) Jana Berchtold ist eine Pefektionistin; zumindest, wenn ihr ein Thema am Herzen liegt. Dann gibt sie hundert Prozent, sagt sie. Bei den UN-Kinderrechten ist das der Fall. Seit fast vier Jahren ist die 17-Jährige Jugendbotschafterin der „youngCaritas“ Vorarlberg. In dieser Zeit hat sie sich viel Wissen über Kinder- und Menschenrechte angeeignet, viel über das Leid in dieser Welt erfahren und auch vieles verändert. Jana geht in Volksschulen, um Kindern ihre Grundrechte oder globale Ereignisse näherzubringen; sie organisierte mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein Musical zum Thema und setzt sich außerdem passioniert für ein Projekt in Äthiopien ein. Vergangene Woche brachte sie ihr Engagement in die Wiener UNO-City. Gemeinsam mit den anderen Jugendbotschaftern präsentierte sie ihr neuestes Werk.

Kinderrechte sichtbar machen

Es ist eine Ausstellung aus zehn Figuren, die 2,70 bis 2,90 Meter in die Höhe ragen. Jede repräsentiert eines der zehn Kindergrundrechte. Sie sind aus Spiroröhren, Lüftungsröhren und Papiermaché gefertigt. Die „Riesenkinder“ dienen als Litfaßsäule, auf der Fakten rund um das entsprechende Kinderrecht zu lesen sind. Ein halbes Jahr haben die Jugendlichen daran gearbeitet. „Es hat sich gelohnt“, sagt die 17-Jährige. Schließlich können die Kinderrechte dank der Figuren von Erwachsenen und politischen Entscheidungsträgern nicht mehr so leicht übersehen werden.

Genau das ist Janas Intention. Sie möchte etwas bewegen. „Man hört immer nur, was schlecht ist und was nicht passt. Am Ende aber passiert nichts. Als Jugendbotschafterin kann ich endlich etwas dagegen tun“, sagt die Rankweilerin. Die 17-Jährige bezeichnet sich selbst als Optimistin. Sie präsentiert sich als eine Jugendliche, die die Möglichkeiten achten gelernt hat, die ihr in Österreich offen stehen: „Wenn wir beginnen, zu schätzen, was wir haben, vom Recht auf Bildung bis hin zur Meinungsfreiheit, ist das schon ein großer Schritt. Wir dürfen nicht alles für selbstverständlich nehmen.“

„Man lernt nie aus“

Von der Zeit als Jugendbotschafterin habe auch sie persönlich profitiert: „Ich weiß jetzt relativ viel über unsere Grundrechte, aber man lernt nie aus. Es gibt immer wieder Dinge, die ich bei unseren Workshops neu entdecke.“ Ebenso sagt Jana, sei sie über die Jahre selbstbewusster und spontaner geworden. Sie könne heute offener auf Menschen zugehen. Damit begründet sie auch ihr Engagement als Schulsprecherin an der HLW Rankweil. „Diesen Schritt hätte ich wohl nicht gewagt, wenn ich mich nicht vor vier Jahren als Jugendbotschafterin beworben hätte. Ich hätte mich auch nicht so sehr für Politik interessiert oder auch dafür, was sich in der Welt alles tut.“

Faible für Sprachen

Dass Jana zugleich davon erzählt, dass sie in ihrer Schulzeit eine Leidenschaft für Sprachen entwickelt hat, überrascht am Ende nur noch wenig. Am liebsten würden sie ihre Sprachkenntnisse auch einmal beruflich nutzen, ebenso wie ihr Faible für politische Bildung. Festlegen will sich die Rankweilerin allerdings noch nicht. So kann sie sich vorstellen, in einer internationalen Organisation, aber auch auf EU-Ebene oder auch als Journalistin zu arbeiten.

Zwei Dinge stehen für Jana aber fest: Erstens möchte sie ihre Leidenschaft fürs Kochen lieber nur privat ausleben. Zweitens will sie sich weiterhin für eine bessere Welt engagieren.

Wir dürfen nicht alles für selbstverständlich nehmen. 

Jana Berchtold

Zur Person

Jana Berchtold

Jugendbotschafterin für die UN-Kinderrechte

Geboren: 8. August 1999, aus Rankweil

Schule: HLW Rankweil

Hobbys: Kochen, Geige spielen, Skifahren, Wandern

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