„Eine Klangfaszination“

Wetter / 22.02.2018 • 18:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Reinhard Häfele stellte einen Teil seiner Grammophonsammlung dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. cro
Reinhard Häfele stellte einen Teil seiner Grammophonsammlung dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. cro

Reinhard Häfele sammelt Phonographen und Grammophone.

Frastanz In Frastanz weiß wohl jedes Kind, was ein Grammophon ist. Das liegt an Reinhard Häfele, der sich als Sammler unermüdlich für den mechanischen Vorläufer des Plattenspielers engagiert. In temporären Ausstellungen hielt er den Sound längst vergangener Zeit am Leben. Seit gestern bereichert ein Teil seiner umfangreichen Sammlung die Museumswelt in Frastanz. „Das freut mich ganz besonders“, sagt der 62-jährige pensionierte Lehrer, nicht zuletzt, weil es sich um einen der größten Ausstellungsorte Westösterreichs handelt.

Edison-Phonograph

Die Auswahl an Phonographen und Grammophonen, die Häfele getroffen hat, ist eine besonder. „Ich habe mich für die Chronologie entschieden und beginne mit einem der ältesten Stücke, dem Edison Phonograph aus dem Jahr 1896“, zeigt der leidenschaftliche Sammler auf eines der ersten Exponate, das beim Eintreten gleich links rondellförmig hinter Glas gezeigt wird. Der Betrachter geht dann im Uhrzeigersinn auf eine der Bewegung der Schallplatte nachempfundenen Weise durch die Ausstellung. Immer wieder berichtet der Leihgeber des klingenden Schatzes von der Faszination, die ihn angesichts des Nachlasses der Cabaret-Tänzerin Therese Zauser aus Feldkirch erfasste.

„Auf diesem Gerät hörte ich zum ersten Mal den authentischen Klang einer Schellackplatte“, verrät Häfele, der den Beginn seiner Sammlertätigkeit mit dem Jahr 1976 beziffert. Dass das Koffergrammophon in der Ausstellung zu sehen ist, versteht sich von selbst. Ebenso wie die Indianergesänge auf einer zylinderförmigen Wachswalze konserviert wurden. Aufgezeichnet zwischen 1895 und 1898, ist sie ein Beleg für das wach gewordene Interesse an völkerkundlichen Kulturentwicklungen. Etwas so Vergängliches wie die menschliche Stimme auf Tonträger zu erhalten, sei revolutionär gewesen.

Singende Autos

Um Interessierte in die Geheimnisse der Entwicklungsgeschichte einzuführen, spannt Häfele den Bogen vom Trichtergrammophon über solche mit Münzeinwurf bis hin zu bunt leuchtenden Exemplaren. Auch ungewöhnlichen Formen, von Puppen über Autos bis zum musizierenden Schachtisch sind dabei.

Der Sprung in die Gegenwart führt nicht etwa zu MP3-Playern. Häfele überlässt ihn der 21-jährigen Glaskünstlerin Anna Bertle. Die gläserne Nachbildung eines Grammophons, der Häfele ein musikalisches Leben eingehaucht hat, ist ein echtes Schmuckstück. Damit ist das Grammophonmuseum schon von Beginn an generationenüberschreitend. CRO

Zur Person

Reinhard Häfele

Alter 62 Jahre

Beruf Lehrer für Deutsch und Bildnerische Erziehung an der Mittelschule

Wohnort Frastanz

Hobby Sammeln von Kunstgegenständen, Beiträge in Fachmagazinen, Vorstandsmitglied in der Museumswelt Frastanz