Umwelt im Unterricht

02.06.2019 • 16:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Thoma hat gemeinsam mit seinen Schülern den Schulgarten gebaut.
Wolfgang Thoma hat gemeinsam mit seinen Schülern den Schulgarten gebaut.

Wolfgang Thoma sorgt in der Schule für mehr Umweltschutz.

Lauterach Wie kommt eine Schule zu einem Umweltzeichen? Genau diese Frage hat sich der Geschichte- und Deutschlehrer Wolfgang Thoma gestellt, als er bei einem Fußballmatch das Umweltzeichen entdeckte. Die Plakette erhalten Schulen und Pädagogische Hochschulen, die auf Bildungsqualität und Umweltmanagement Wert legen und sich zertifizieren lassen. Der Weg bis zur Zertifizierung erfordert aber viel Fleiß. Wolfgang Thoma, der am BORG Lauterach unterrichtet, hat diesen Aufwand auf sich genommen und sorgt an der Schule für einen bewussten Umgang mit unserem Planeten. „Anfangs habe ich viel recherchiert. Ich habe überlegt, wie viel Aufwand dieser Schritt bedeutet und musste ein Team finden, das mich unterstützt. Es hat drei Jahre gedauert, bis ich das Projekt in Angriff genommen habe“, sagt Thoma. Der Schwarzacher arbeitet mit einem Team von sieben Lehrpersonen zusammen, um alle Aufgaben für die erste Zertifizierung als Umweltschule zu erfüllen. Die Gesamtleitung des Teams obliegt ihm. Außerdem ist er zuständig für den Außenbereich der Schule. „Gemeinsam mit Schülern habe ich den Schulgarten aufgebaut“, teilt Thoma mit.

In seiner Schule ziehen alle an einem Strang. „Es gibt ein Kernteam von rund sechs Jugendlichen, die sich für die Umwelt einsetzen. Zusätzlich gibt es zwei Beauftragte pro Klasse, die sich um Aufgaben kümmern, wie Müll entsorgen, Licht ausschalten, regelmäßig lüften und die Computer jeden Tag herunterfahren“, informiert Wolfgang Thoma. Bis jetzt hat die Schule 80 Prozent der Aufgaben erfüllt. Darunter sind Tätigkeiten in den Bereichen Umweltmanagement, Energienutzung und -einsparung und Mobilität. „Dabei geht es nicht nur um den Umweltschutz selbst. Es geht auch um pädagogische Konzepte. Wir müssen gewisse Inhalte in den Unterricht einbinden“, sagt der Lehrer.

Ein Regal zum guten Zweck

Jeder kann sich in das Umweltprojekt einbringen und auch Wünsche äußern. So ist auch das Recycling-regal im Gebäude des BORG Lauterach entstanden. Auf Wunsch der Schüler hat Wolfgang Thoma Holz besorgt und ein Regal gebaut. Gegenstände, für die die Jugendlichen keinen Nutzen mehr haben, können sie in das Regal stellen. Diese stehen dann zur freien Entnahme bereit. Dem 55-jährigen Vater von zwei Kindern liegt auch privat viel am Umweltschutz: „Ich will meinen und anderen Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen.“ Wenn Wolfgang Thoma seinen Unterrichtstag beendet hat, fährt er nach Hause – mit dem Fahrrad. „Seit 15 Jahren fahre ich nicht mehr mit dem Auto zur Schule. Umweltschutz bedeutet für mich vor allem CO2 einsparen und zwar auf allen Ebenen.“ VN-DPF

Zur Person

Wolfgang Thoma

ist Lehrer am BORG Lauterach und setzt sich für den Umweltschutz ein. 

Geboren 19. 4. 1964

Beruf Deutsch- und Geschichtelehrer am BORG Lauterach

Familienstand verheiratet

Hobbys Wandern, Mountainbiken, Fischen, Gärtnern, Pilze sammeln