Doktor Wasserball

Wetter / 12.07.2019 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unter strömendem Regen kümmerten sich Tobias Grabher und die Mitglieder vom WBV Pelikan Bregenz um die Aufbauarbeiten für den Bodenseecup. Rosenberger
Unter strömendem Regen kümmerten sich Tobias Grabher und die Mitglieder vom WBV Pelikan Bregenz um die Aufbauarbeiten für den Bodenseecup. Rosenberger

Tobias Grabher ist angehender Arzt und leidenschaftlicher Wasserballer.

Bregenz Durch das Regenwetter in den letzten Tagen war es relativ ruhig an der Bregenzer Seepromenade, doch im Traditionsbad Mili ging es heiß her. Hier arbeiteten die Mitglieder des Wasserballvereins Pelikan Bregenz mit Hochdruck an den Vorbereitungen für den heute und morgen stattfindenden Bodenseecup. Mit dabei ist auch der Mediziner und Pelikan-Spieler Tobias Grabher, der schon seit seinem siebten Lebensjahr zu den Wasserballern aus der Landeshauptstadt gehört.

„Der Vater einer damaligen Schulfreundin, Helmut Kasper, war in den Anfängen des Wasserballvereins dabei und hat uns dann hierher gebracht“, erzählt Grabher von seinen Anfängen. Später spielte der Bregenzer mit der U-15 in der Schweizer Liga mit, zusätzlich verstärkte er den WBC Tirol aus Innsbruck in der österreichischen Liga. Mit 15 Jahren folgte die Einberufung in das Jugendnationalteam und drei Jahre später der erste Einsatz in der österreichischen Herren-Nationalmannschaft.

Sport als wichtige Hilfe

Nachdem Grabher mit 18 Jahren am BG Gallus maturierte und daraufhin seinen Wehrdienst im Heeresleistungszentrum absolvierte, entschied er sich für ein Medizinstudium in Innsbruck. „Ganz am Anfang hatte ich noch großen Respekt und habe mir schon Gedanken gemacht, ob ich mit dem Wasserball pausieren muss“, erinnert sich der 28-Jährige. Doch im Laufe des Studiums habe gerade der Sport eine besonders wichtige Rolle gespielt: „Je mehr Prüfungen anstanden, desto mehr bin ich zum Training. Ich habe einfach gemerkt, dass gerade wenn ich den ganzen Tag mit Lernen beschäftig war, ich durch das Wasserball-Training einen freien Kopf bekomme. So konnte ich am nächsten Tag auch viel besser weiterlernen.“

Sein Studium hat Grabher schon abgeschlossen, aktuell befindet er sich noch in der Ausbildung zum Allgemeinmediziner. Auch beim Wasserball wurden seine Fähigkeiten als Arzt schon häufig in Anspruch genommen. „Es kam vor, dass mich der Moderator beim Bodenseecup ausgerufen hat.“ Nasenbluten, Cuts und einige andere Blessuren von Mitspielern und Gegnern musste Grabher schon verarzten.

Enge Zusammenarbeit

„Leider Gottes ist Wasserball definitv eine Randsportart“, bedauert Grabher den schweren Stand seiner Leidenschaft. „Bei uns in Vorarlberg bessert sich die Lage aber, wir haben viele Jugendliche im Verein. Wenn man ein bisschen Werbung für den Sport macht, gibt es auch viele, die sich dafür begeistern können. Gerade den Kindern macht die Kombination aus Wassersport und Ballspiel viel Spaß.“ Wichtig wäre zudem die enge Zusammenarbeit mit dem Bregenzer Schwimmclub.

Der alljährliche Bodenseecup, der an diesem Wochenende zum 21. Mal stattfindet, ist für Grabher ein Pflichttermin. Bereits seit 17 Jahren ist er mit dabei, nur einmal fehlte er wegen eines Turniers mit der Nationalmannschaft.

Auch in diesem Jahr wird er als Spieler der SPG Bregenz/Dornbirn aktiv mit dabei sein. Beim Titelverteidiger WBC Tirol werden für ihn auch viele alte Bekannte dabei sein, schließlich holte er mit den Innsbruckern zahlreiche Staatsmeistertitel und Cupsiege. Besonders für die öffentliche Wahrnehmung spielt der Bodenseecups eine wichtige Rolle: „Dadurch, dass man gerade im Raum Bregenz das Event schon kennt, kommen auch viele Menschen, die sonst nicht so viel mit Wasserball zu tun haben. Gerade in dieser Arena ist es etwas Besonderes.“ ER

Zur Person

Tobias Grabher (28)

spielt seit über zwanzig Jahren Wasserball bei den Pelikanen aus Bregenz.

Geboren 15.11.1990

Ausbildung BG Gallus, Medizinstudium in Innsbruck

Laufbahn Ausbildung zum Allgemeinmediziner

Familie In einer Beziehung