Mutter und Tochter veröffentlichen gemeinsam Buch

Vorarlberg / 11.11.2019 • 13:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Irmtaud Kühnel und Tochter Vera Fechtig sind stolz auf ihr Werk. VN/MIH

Mutter-Tochter-Gespann veröffentlichte gemeinsam Buch.

Lochau, Rankweil Der Traum wird von vielen gehegt, für Irmtraud Kühnel ist er nun Realität. Sie kann ihr eigenes Buch in den Händen halten. Das Besondere daran: Die 68-Jährige hat es mit ihrer Tochter umgesetzt. „Das war nicht einfach“, sagt Autorin Kühnel mit einem Lächeln. „Wir sind nämlich sehr unterschiedliche Persönlichkeiten“, fügt ihre Tochter Vera Fechtig an. Umso größer nun die Freude bei den beiden, dass sie das Endprodukt in ihren Händen halten können. In dem hellblauen, 96 Seiten starken Büchlein, hat Tochter Vera, die als Grafikdesignerin selbstständig ist, die Gestaltung für die Texte ihrer Mutter übernommen.

„Es war ein sehr langer Prozess, bis das Buch entstanden ist“, sagt Irmtraud Kühnel. In „Der Gesang des Regenbogens – Reise nach Innen“, wie das Buch heißt, hat sich die Ranklerin auf die Suche nach dem Sinn des Lebens begeben. „Viele Menschen suchen die Antwort darauf auf einem spirituellen Weg. Oft kann man sich auf diesem jedoch verloren fühlen.“ In ihrem Werk, das lyrische Texte umfasst, wolle sie ihre eigenen Erfahrungen teilen, um den Lesern auf ihrem Lebensweg zu helfen. „Ich will Menschen zum Nachdenken anregen und dazu ermutigen, ihre eigene, persönliche Reise nach Innen zu beginnen, damit sie zu mehr Freude und Zufriedenheit finden“, beschreibt Kühnel die Idee hinter dem Buch, das nun im Tredition-Verlag erschienen ist. Begonnen zu schreiben hat die 68-Jährige nach dem Einsturz des World Trade Centers 2001. „Damals wurden mir die Worte so klar, dass ich damit begann, sie niederzuschreiben. Am Anfang allerdings nur für mich selbst“, erinnert sich Kühnel an die Anfänge. In den vergangenen Jahren gab sie Kurse im Bildungshaus St. Arbogast oder las ihre Texte bei einem interreligiösen Treffen in Frastanz. „Dabei wurde ich immer wieder ermutigt, die Texte zu veröffentlichen, etwa auch von dem Benediktinermönch und Zen-Meister Willigis Jäger“, erklärt Kühnel. „Vergangenen Sommer kam der Zeitpunkt, an dem sich meine Mutter gefragt hat: Wenn nicht jetzt, wann dann?“, erinnert sich Vera Fechtig. Die Lochauerin ist seit sechs Jahren selbstständige Grafikdesignerin: „Es ist etwas anderes, wenn man mit jemandem zusammenarbeitet, den man kennt. Ich hatte die Befürchtung, dass es zwischen uns krachen könnte“, erinnert sich Fechtig, die Intermedia an der Fachhochschule studiert hat und nun als erfolgreiche Grafikerin Kunden aus dem deutschsprachigen Raum betreut.

Aufeinander einlassen

Die Prämisse, den Menschen allgemein und Kunden im Speziellen auf Augenhöhe zu begegnen, zeichnet Irmtraud Kühnels Arbeit ebenso aus wie jene ihrer Tochter. Es sei ein Prozess des Aufeinander-Einlassens gewesen, so dass am Ende ein Produkt entstanden ist, mit dem beide zufrieden sind. „Dafür mussten wir aber vorher klare Rahmenbedingungen festlegen, wie zum Beispiel einen Zeitplan. Meine Mutter sollte sich auch auf meine Entwürfe und Vorschläge einlassen“, sagt Fechtig. Kühnel fügt hinzu: „Umgekehrt war ich dann überrascht, wie offen und liebevoll sie mich begleitet hat.“

Zusammengewachsen sind die beiden nach einer eher herausfordernden Mutter-Tochter-Beziehung auch durch eine Frühgeburt von Vera Fechtigs Zwillingsbuben vor drei Jahren. Die junge Mutter musste damals einen Monat lang in eine Klinik nach Salzburg, ehe ihre Kinder dann in der 30. Schwangerschaftswoche auf die Welt kamen. „Auch diese Erfahrung hat uns immens zusammengeschweißt“, sagen die beiden. VN-MIH

Zur Person

Irmtraud Stefanie Kühnel

hat das Buch „Der Gesang des Regenbogens“ verfasst.

Alter 68

Wohnort Rankweil

Freizeit Begegnung mit Menschen, Reisen, Lesen

 

Vera Fechtig

setzte das Buch ihrer Mutter gestalterisch um.

Alter 36

Wohnort Lochau

Ausbildung Intermedia-Studium (FHV)