Etwas bewirken

Wetter / 15.11.2019 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernhard Hechenberger sind vor allem soziale Aspekte im Zusammenleben wichtig. bi
Bernhard Hechenberger sind vor allem soziale Aspekte im Zusammenleben wichtig. bi

Bernhard Hechenberger engagiert sich in Kambodscha.

Ludesch „Eigentlich war es die Idee meiner Mutter, dass ich meinen Zivildienst auch im Ausland absolvieren könnte. Ich habe im Internet recherchiert und bin auf das Projekt in Kambodscha gestoßen“, erklärt Bernhard Hechenberger, und weiter: „Die Idee, in einem Kinderdorf mitarbeiten zu können, hat mich sofort angesprochen. Ich habe mich beworben und bekam die Zusage.“ Manche planen ihren Auslandsdienst schon über Jahre im Voraus, bei Hechenberger war das eher ein Zufall – ein glücklicher: „Es war die beste Entscheidung meines Lebens, meinen Zivildienst dort zu leisten“, so Hechenberger.

Unzufriedene Europäer

Über Kambodscha habe er zuvor nichts gewusst. Das Land und vor allem die Menschen dort haben ihn jedoch sofort fasziniert: „Sie sind enorm freundlich, großzügig und gastfreundlich. Obwohl sie materiell wenig besitzen, sind sie oftmals viel zufriedener als wir Europäer“, sagt er.

Ein Jahr dauerte der Zivildienst, das war vor fünf Jahren. Der Aufgabenbereich im Projekt war sehr vielseitig, so musste er zum Beispiel die Kinder in Englisch unterrichten und Entwicklungsberichte für das Bundesministerium, aber auch für die NGOs und die Patenschaften aus Österreich und Deutschland schreiben.

„Die Kommunikation nach außen war wichtig, da wir Wert auf Transparenz über die Finanzgebarung und auch über unsere Projekte legten“, erläutert der engagierte junge Mann. Außerdem war er für die Freizeitgestaltung der Kinder und Instandhaltungsarbeiten zuständig: „Es gibt immer etwas zu tun. Gemeinsam mit einem anderen Zivildiener war ich permanent vor Ort.“

Das Kinderdorf Tani liegt in der Provinz Kampot. Insgesamt 25 Kinder, vom Baby bis zum Jugendlichen, werden dort betreut. Die Landschaft in Kambodscha sei sehr schön, vor allem die Inseln und der Dschungel. Aber auch die Kultur des Landes und die geschichtlichen Hintergründe interessierten Hechenberger: „Die tragische Vergangenheit des Landes – in vier Jahren ist ein Viertel der Bevölkerung während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer gestorben – ist im Alltag nicht wirklich präsent. Und das, obwohl jeder Kambodschaner in seiner Familiengeschichte eigene Erfahrungen damit gemacht hat. Die Leute wollen nach vorne schauen und das ist gut so. Auf lange Sicht ist die Aufarbeitung dieser grauenvollen Zeit und der damit zusammenhängenden Traumata dennoch dringend notwendig.“

Der Buddhismus sei im Alltag auf allen Ebenen spürbar, sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu bieten, sei selbstverständlich. Auch die orange gekleideten Mönche sind ins Dorfgeschehen miteingebunden.

Wiederkehr

Nach der Rückkehr aus Kambodscha wurde Hechenberger klar, dass er wieder dorthin zurückkehren wolle. Bereits im nächsten Sommer war er für einen Monat, im darauffolgenden Sommer für zwei Monate und nun gerade für achteinhalb Monate dort. „Ich bin dort nicht zu Besuch, sondern lebe dort im Alltag. Mittlerweile habe ich auch Freunde und Bekannte dort.

Mit dem früheren Leiter des Kinderdorfs und seiner Familie verbindet mich eine herzliche Freundschaft“, betont er.

Die Aufenthalte in Kambodscha haben seine eigene Sicht- und Denkweise verändert: „Man kann mit wenigen Dingen zufrieden und glücklich sein. Und es ist ein gutes Gefühl, etwas bewirken zu können – und das oftmals mit wenigen Mitteln. Wenn beispielsweise um ein paar Hundert Dollar ein Trinkbrunnen gebaut wird und einige Familien dadurch Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten, dann hat so eine Aktion eine nachhaltige Wirkung.“ BI

Zur Person

Bernhard Hechenberger

engagiert sich ehrenamtlich in Kambodscha.

Geboren 17. April 1996

Werdegang Matura, Medienassistent

Hobbys Schreiben, Lesen, Drohnenfotografie, Sprachen, Musik, Wandern