Digitaler Alltag

Wetter / 20.11.2019 • 18:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Schlinser Emanuel Stachniß will sich neben seinem Studium und seiner Arbeit eine kleine Community als Computerspiel-Streamer aufbauen . Stachniß
Der Schlinser Emanuel Stachniß will sich neben seinem Studium und seiner Arbeit eine kleine Community als Computerspiel-Streamer aufbauen . Stachniß

Emanuel Stachniß streamt unter dem Namen „M0r1ce“ auf der Plattform Twitch.

Schlins Was in den 1970er-Jahren mit nur wenigen Pixeln und viel Enthusiasmus begann, hat sich heute zu einem knallharten und florierenden Wirtschaftszweig entwickelt: die Video- bzw. Computerspiele­industrie. Sei es am Smartphone, an der Konsole oder klassisch am PC, die spielerische Beschäftigung im Alltag ist bereits in fast jeden Haushalt eingedrungen. Doch längst hat sich der Sektor über das schlichte alleine oder miteinander Spielen hinausentwickelt. So werden bereits regelmäßig internationale Turniere in verschiedenen Disziplinen ausgefochten. Auch der Streamingsektor ist dadurch stark angewachsen – eine Entwicklung, bei der auch der Schlinser Emanuel Stachniß mitreiten will.

Streamer

„Eines meiner Hobbys war und ist das Computerspielen. Da ich darin recht gut bin, habe ich mir gedacht, dass ich auch andere damit unterhalten kann“, sagt Stachniß, und weiter: „Also habe ich angefangen, mich beim Spielen aufzunehmen und das live auf der Plattform Twitch zu streamen, also wiederzugeben.“ Damals noch inaktiver, spielte er auf relativ einfachem Equipment und das auch nur sporadisch. „Es macht mir einfach Spaß, wenn mir jemand zuschaut und mit mir interagiert“, führt der heute 21-Jährige aus.

Bald wurde bessere Ausrüstung angeschafft, darunter eine System-Kamera, sodass man den Spielenden künftig auch sehen konnte, und ein professionelles Mikrofon, welches ihm seine Freundin zur Verfügung stellt. Seit Kurzem hat sich Stachniß nun auch vorgenommen, seine Stream-Agenden zu professionalisieren und seine Energie gezielt einzusetzen. „Ich habe mir jetzt einen Zeitplan erstellt, so werde ich immer montag- und donnerstagsabends streamen, damit sich die User daran gewöhnen können“, sagt er. „Das funktioniert eigentlich recht gut, ich konnte vor Kurzem die 100-Follower-Marke knacken und habe bereits die Partner-Vorstufe erreicht.“ Das bedeutet, dass er über die Streaming-Plattform so langsam auch Geld – in der Form von Einzelbeiträgen oder Abos – generieren kann. „Das will ich dazu verwenden, meine Ausrüstung instand zu halten und bei Gelegenheit auch neue Spiele anzuschaffen“, so Stachniß.

Aktuell streamt Stachniß das Spiel „Tom Clancy‘s Rainbow Six: Siege“, ein First Person Taktik Shooter, bei welchem es darum geht, eine Basis zu verteidigen oder zu stürmen. „Ich bin da aktuell unter den besten 35.000 Spielern weltweit, was bei über drei Millionen Spielern auf dem PC nicht schlecht ist“, sagt er.

Hoch will der Schlinser, der unter dem Namen „M0r1ce“ spielt, seine Ziele aber bewusst nicht stecken. „Ich möchte mir vorerst nur eine kleine Community aufbauen“, so Stachniß, und weiter: „Mir reicht es schon, wenn ich in meinen Streams regelmäßig fünf bis zehn Zuschauer habe, mit denen ich interagieren kann.“ 

Auch abseits der Streaming-Pflichten dreht sich bei Stachniß vieles um den Computer. So studiert der 21-Jährige seit eineinhalb Jahren an der Universität Innsbruck Informatik, begleitend dazu hat er bereits auf Teilzeitbasis eine Arbeit als Programmierer aufgenommen. „Deshalb auch der Streamingplan“, so Stachniß. „Am Vormittag bin ich meistens an der Uni, an zwei Nachmittagen bei der Arbeit. Den Abend verwende ich dann, wenn möglich, zum Streamen.“ Allein der Sonntag sei PC-frei – diesen will sich Stachniß für seine Freundin Anna, mit der er bereits zusammenwohnt, freihalten. VN-JLO

Zur Person

Emanuel Stachniß
studiert an der Unversität Innsbruck und streamt verschiedene Computerspiele.

Geboren 11. Februar 1998

Beruf Informatikstudent und Programmierer

Hobbys Natur, Reisen, Fotografie, Skifahren, Fitness

Motto Tuasch Guats, kregsch Guats.