Die Anni-Mama-Oma

Wetter / 04.12.2019 • 18:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anni Kühne holt Denis Gavran gerne von der Bushaltestelle ab. Lh
Anni Kühne holt Denis Gavran gerne von der Bushaltestelle ab. Lh

Anni Kühne ist eine begeisterte Ehrenamtliche.

lingenau Sie will um ihre ehrenamtliche Tätigkeit kein Aufhebens machen, denn was sie tut, tut sie gerne. Seit fast zehn Jahren unterstützt Anni Kühne (67) als Freiwillige das Team der Lebenshilfe im Wohnhaus in Lingenau regelmäßig. Was mit Keksebacken für Weihnachten angefangen hat, wurde zu einer schönen Geschichte mit Fortsetzung.

Abwechslung im Alltag

Für zwölf Menschen mit Behinderung ist das Wohnhaus in Lingenau ein Zuhause geworden. Zudem werden acht Gäste regelmäßig begleitet. Anita Sailer und ihre Mitarbeiter kümmern sich abwechselnd um die individuellen Anliegen der Bewohner und Gäste. Eine große Hilfe vor allem in der Freizeitgestaltung ist Anni Kühne. Die Andelsbucherin unterstützt stundenweise, um den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr Abwechslung im Alltag zu ermöglichen. Für die einen ist sie schlicht die Anni, für andere die Mama oder Oma. Egal wie: „Für mich bedeutet die Beschäftigung mit den behinderten Menschen ein wunderbarer Ausgleich“, sagt sie.

Von ungefähr kommt ihr freiwilliger Einsatz für die Lebenshilfe nicht. „Meine Tochter arbeitet dort“, erzählt Anni Kühne. Sie war es auch, die die Mutter gefragt hat, ob sie dort mithelfen möchte. Anni Kühne wollte, und das gerne. Das Engagement gedieh langsam. Kekse backen, Begleitung zum Schwimmen, Besuche im Krankenhaus: Einmal in der Woche nimmt sich die Naturfreundin Zeit für die Wünsche der Bewohner. Die dürfen ruhig auch einmal speziell sein. „Eine Bewohnerin geht ab und zu gerne in den Messepark nach Dornbirn einkaufen“, berichtet Anni Kühne. Für andere ist sie die Vorleserin. Auch bei Ausflügen in den Feldkircher Wildpark oder bei Urlaubsreisen im Sommer stellt sich die Andelsbucherin als Begleitperson zur Verfügung. „Mir bereitet es Freude, wenn ich ein paar Stunden im Monat helfen kann. Dabei habe ich nie das Gefühl, dass ich es muss. Wenn ich einmal keine Zeit habe, dann ist es eben so. Es ist meine Entscheidung, wie oft und wie lange ich mich engagieren möchte.“

Durch den regelmäßigen Kontakt sind Vertrauen und gegenseitiges Verständnis immer mehr gewachsen. „Es kommt viel zurück, und alles davon ist ehrlich gemeint. Ich kann nur raten, es auszuprobieren. Man lernt so ganz besondere Menschen kennen. Übrigens würden wir in Lingenau noch Leute suchen, die gerne musizieren und Wälderlieder singen“, merkt Anni Kühne mit einem Lächeln an. VN-MM

Zur Person

Anni Kühne

steht stellvertretend für die vielen Engagierten am heutigen Tag des Ehrenamts.

Alter 67

Ausbildung Gastgewerbe, seit sieben Jahren in Pension

Wohnort Andelsbuch

Hobbys Spaziergänge, Unternehmungen in der Natur