Die Aufsteigerin

Wetter / 09.01.2020 • 18:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Abseits überfüllter Pisten ist für Renate Brändle die Winterwelt in Ordnung.
Abseits überfüllter Pisten ist für Renate Brändle die Winterwelt in Ordnung.

Renate Brändle kam durch Frauen-Berg-Gaudi zum Tourenskilauf.

bregenz Eine sportliche Idee hat sich etabliert: Bereits zum vierten Mal findet am Freitag, 17. Jänner 2020, die Frauen-Berg-Gaudi-Winter statt. Schauplatz des weiblichen Schaulaufens ist einmal mehr Gargellen im Montafon. Rund 300 Mädchen und Frauen haben einen der limitierten Startplätze ergattert und werden auf Tourenski den Berg bezwingen, die einen Vollgas, die anderen gemütlich, aber alle mit Spaß an der Sache. Mitten im Geschehen ist auch Renate Brändle (57). Sie darf sich zu Recht als Aufsteigerin bezeichnen, denn über die Veranstaltung fand die Bregenzerin zum Skitourenlauf. „Ich bin nicht die Schnellste, bei mir zählt der Genuss“, betont Brändle, die gemeinsam mit ihrer Freundin Helga inzwischen nicht mehr nur Stammgast bei der Wintergaudi in Gargellen ist, sondern auch davon unabhängig Skitouren geht. Was die Kindergartenpädagogin noch freut: Sie hat mit ihrer Leidenschaft zudem noch den Ehemann und die Schwägerin angesteckt.

Umfassende Betreuung

Bei der Frauen Berg Gaudi Winter kommen Vollgas-, Gaudi- und Schneeschuh-Ladys auf ihre Rechnung. Der Start erfolgt bei der Talstation der Bergbahn, die auf 1400 Metern Seehöhe liegt, das Ziel befindet sich auf 2200 Metern Seehöhe beim Schafberghüsli. Für die Schnellen  sind 4,6 Kilometer und 720 Höhenmeter zurückzulegen, die Gaudistrecke umfasst 3,65 Kilometer und 550 Höhenmeter und beinhaltet zusätzlich eine Auffahrt mit dem Schlepplift. Unterstützung durch freiwillige Helfer beim Abfellen der Ski ist den Damen gewiss. Heute, Freitag, findet ab 17 Uhr zudem eine Streckenbesichtigung statt. Dabei können sich die Teilnehmerinnen noch gute Tipps rund ums Skitourengehen und Schneeschuhwandern holen. Diese umfassende Betreuung ist es, die auch Renate Brändle in den vergangenen Jahren schätzen gelernt hat. „Man ist wirklich in guten Händen“, merkt sie zufrieden an.

Ausrüstung ausgeliehen

Auf den Geschmack gekommen ist die begeisterte Läuferin durch ihre Teilnahme an der Frauen Berg Gaudi Sommer. „Da habe ich von der Berg Gaudi Winter erfahren“, erzählt Brändle. Die erste Auflage in Laterns versäumte sie jedoch, die zweite in Gargellen nicht mehr. Ohne Skitourenkenntnisse gingen die beiden Frauen das Abenteuer an. „Das Schneeschuhwandern kannten wir bereits und beschlossen deshalb, es mit Tourenski zu probieren“, schildert Renate Brändle ihren Einstieg. Für die Streckenbesichtigung lieh sie sich die Ausrüstung, danach führte ihr erster Weg in ein Sportgeschäft, um sich etwas Eigenes zuzulegen. „Ich war wirklich Feuer und Flamme“, spricht aus der patenten Frau noch immer Begeisterung, wenn sie an die ersten Gehversuche auf Tourenski zurückdenkt.

Mittlerweile gehören Skitouren zu ihrem Bewegungsprogramm. „Bewegung ist sehr wichtig für mich“, sagt die Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Ihre Mädchen hat sie mit dem Lauffieber infiziert. Brändle selbst macht bei Frauenläufen in ganz Österreich mit. Kaum ein Weg ist ihr dafür zu weit. Sie mag vor allem die Kameradschaft, die solche Veranstaltungen prägt, und den Spaß, der allen sportlichen Ambitionen zum Trotz im Vordergrund steht. VN-MM

„Ich bin nicht die schnellste Skitourengängerin, bei mir zählt der Genuss.“

Zur Person

Renate Brändle

ist eine von rund 300 Teilnehmerinnen der diesjährigen Frauen Berg Gaudi Winter in Gargellen

Alter 57

Ausbildung Kindergartenpädagogin

Hobbys Skitouren, Joggen, Schwimmen, Spaziergänge mit dem Enkelkind

Familie verheiratet, drei erwachsene Töchter