Hilfe in Akutsituationen

Wetter / 14.01.2020 • 18:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Maximilian Ganahl engagiert sich seit vier Jahren als First Responder. BI
Maximilian Ganahl engagiert sich seit vier Jahren als First Responder. BI

Maximilian Ganahl engagiert sich in Brand als First Responder.

Brand Es ist 5.30 Uhr am Morgen. Über den Pager wird ein Alarm ausgelöst. Maximilian Ganahl macht sich in Brand schnell auf den Weg, um frühestmöglich bei dem Menschen zu sein, der in Not ist. Diesmal ist es eine junge Mutter. „Als ich in den Raum kam, war die Frau bereits reglos, die Lippen waren bläulich. Mir war klar, dass sie einen Kreislaufstillstand erlitten hatte“, erinnert er sich. Vorerst wird die Frau durch ihn erstversorgt, nach fünf Minuten trifft der zweite First Responder ein. Sie defibrillieren die Kranke, der Puls wird wieder spürbar. Dann erst treffen der Notarzt und das Rettungsauto ein. Ohne den Einsatz der beiden First Responder hätte die Frau wahrscheinlich nicht überlebt. „Das war ein Glück! Es blieben bei ihr in weiterer Folge auch keine Beeinträchtigungen zurück. Leider laufen unsere Einsätze nicht immer so glimpflich ab, manchmal bleiben Reanimationen auch erfolglos“, erklärt der engagierte junge Mann.

Den Pager immer dabei

First Responder kommen in abgelegenen Gebieten wie dem Großen Walsertal, Brand oder Klostertal zum Einsatz, bei der die Rettungsfahrzeuge mehr als 15 Minuten Anfahrtswege haben. Voraussetzung für eine solche Tätigkeit ist eine Ausbildung als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Maximilian Ganahl, Student der Rechtswissenschaften, erläutert: „Meinen Pager habe ich immer dabei. Mit den First Respondern wird gleichzeitig die Dienststelle mit alarmiert. Der Einsatz ist freiwillig, wenn ich Zeit und ein Auto zur Verfügung habe, bin ich dabei. In Brand sind insgesamt drei First Responder im Einsatz. Sobald jemand von uns den Aufruf bestätigt, wird dies automatisch dem Notarzt und dem Rettungsauto eingespielt. Das Wissen, dass bereits jemand vor Ort ist, ist für die Rettungskräfte auch erleichternd. Wir bieten den Kranken bzw. Verletzten eine so gut wie mögliche Erstversorgung während der Zeit der Anfahrt.“ Rund hundert solcher Einsätze waren im letzten Jahr in der Region Brand/Bürserberg vonnöten. Während der Wintersaison sei besonders viel los, manchmal gebe es zwei bis drei Einsätze pro Tag.

Die Verantwortung ist groß, denn jeder Handgriff kann Auswirkungen haben. „Wir messen den Puls, den Blutdruck, den Zuckerwert und die Sauerstoffsättigung. Auch Intubationen mittels eines Larnyxtubus können wir durchführen. Unsere Befugnisse sind jedoch beschränkt, so dürfen wir etwa keine Medikamente spritzen. Aber wir können für die Übergabe des Kranken an das Rettungsteam den akuten Zustand vordokumentieren“, führt Maximilian Ganahl sein Aufgabengebiet an. Verständigt werden First Responder bei Notfällen wie akuten Schmerzen, die durch alles Mögliche ausgelöst werden können: „Dies können akute Bauchschmerzen aus verschiedensten Ursachen sein, aber auch Schlaganfälle, Herzbeschwerden oder Herzinfarkte. Autounfälle sind glücklicherweise sehr selten ein Einsatzgrund.“

Direkte Hilfe am Menschen

Maximilian Ganahl ist durch seinen Zivildienst beim Roten Kreuz bewusst geworden, wie sehr ihm die direkte Hilfe am Menschen liegt: „Wenn Menschen in Not sind, lernt man sie auf eine ganz persönliche und auch sehr ehrliche Weise kennen. Da gilt es, für sie da zu sein und alles andere auszublenden. Bei einem Schlaganfall geht es um Minuten! Schlimm für mich ist es, wenn jemand stirbt und die Angehörigen trauern. Solche Situationen nehmen mich mit. Aber das sind Ausnahmefälle. Bei uns in Brand kennen sich alle persönlich. Ich erfahre viel Wertschätzung, die Menschen bedanken sich und das freut mich sehr. Wobei mir klar ist, dass ich in einer akuten Situation nur im Moment da sein kann. Aber da gebe ich mein Bestes!“ BI

Zur Person

Maximilian Ganahl

Geboren 29. Jänner 1996

Familie ledig

Wohnort Brand

Beruflicher Werdegang HTL Dornbirn, Zivildienst Rotes Kreuz in Bludenz, Berufstätigkeit bei Bertsch Energy, aktuell 5. Semester Rechtswissenschaften

Hobbys Tennis, Skifahren, Wandern, Tauchen, Musik (Flügelhorn)