Mitten im prallen Leben

Wetter / 04.02.2020 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Arbeit als Krankenhausseelsorgerin macht Moosbrugger viel Freude.
Die Arbeit als Krankenhausseelsorgerin macht Moosbrugger viel Freude.

Marina Moosbrugger ist privilegiert. Sie übt ihren Traumberuf aus.

Bludenz Beruflich fühlt sich die Krankenhausseelsorgerin vom Spital Dornbirn und Landeskrankenhaus Rankweil derzeit am richtigen Ort. „Momentan ist es mein Traumberuf“, sagt Marina Moosbrugger (27) in dem Bewusstsein, dass das Leben – auch in Sachen Beruf – noch Vieles bringen kann. Viele Patienten sind überrascht, wenn sie sich als Krankenhausseelsorgerin vorstellt. „Weil ich noch jung bin, meinen viele, dass ich eine Praktikantin oder Schülerin bin. Aber sobald sich ein Gespräch entwickelt, spielt meine Jugend keine Rolle mehr.“ Der Beruf beschert ihr jeden Tag berührende Erlebnisse. „Wenn man Menschen begleitet, die aufgrund einer Depression nicht mehr weiter wissen und sie dann nach Monaten wieder lächeln, ist das sehr ergreifend.“ Moosbrugger begegnet den Spitalsinssassen von Mensch zu Mensch. „Keiner ist nur seine Krankheit. Mich interessiert der Mensch und was hinter seinem Leid steckt.“ Menschen, so hat sie festgestellt, gehen ganz unterschiedlich mit leidvollen Situationen um. „Diese Vielfalt zu sehen, ist für mich bereichernd.“ Überhaupt lerne sie sehr viel von den Patienten, zum Beispiel Dankbarkeit für die eigene Gesundheit und für das Schöne im Leben.

Es gefällt ihr, so nahe am Leben und manchmal auch am Tod zu sein. „Mit manchen Patienten teile ich die Hoffnung, dass das Leid und der Tod nicht das letzte Wort haben. Gott ist auch dann da.“ Für Moosbrugger ist „der Allmächtige jemand, der sieht, wie es uns geht, der für uns da ist und uns begleitet“. Das Grundvertrauen in Gott wurde ihr von ihren Eltern mitgegeben. „In unserer Familie wurde am Anfang und am Ende des Tages gebetet.“ Gott ist für Moosbrugger nicht fern. „Er begegnet mir im Gegenüber und in der Auseinandersetzung mit mir selbst.“

Ihrer Meinung nach war er es auch, der sie sukzessive auf den Job im Spital vorbereitete. Nach der Matura wusste die Wälderin, dass sie einmal eine Arbeit haben will, bei der sie im prallen Leben stehen kann. Denn: „Mich haben immer schon die Menschen und das Leben interessiert.“ Während eines Au-Pair-Aufenthaltes in Australien reifte der Entschluss, eine psychotherapeutische Ausbildung und ein Theologie-Studium zu absolvieren. Die Ausbildung gefiel ihr, weil sie sich dabei mit Lebensfragen beschäftigen konnte. Das richtige Leben aber habe sie während eines Auslandssemesters in Indien kennengelernt, sagt Moosbrugger. Dort reiste sie umher und arbeitete in einem Waisenhaus und in einem Hospiz. „Ich verließ den behüteten Campus und suchte Kontakt zu Menschen.“ Später, als Pastoralassistentin, war sie als Seelsorgerin in einem Einkaufszentrum tätig. „Da lernte ich gut zuzuhören.“ VN-kum 

Zur Person

Marina Moosbrugger

hat sich immer schon für Menschen und das Leben interessiert. Jetzt arbeitet die 27-Jährige in einem Beruf, der sie Menschen und dem Leben ganz nahe bringt.  

Geboren 10. November 1992 in Au

Wohnort Bludenz

Familie verlobt

Hobbys Wandern, Skifahren, Natur