Positive Haltung bewahren

Wetter / 26.11.2020 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Wolfgang Purtscher ist Reflektion über das eigene Tun sehr wichtig. <span class="copyright">BI</span>
Für Wolfgang Purtscher ist Reflektion über das eigene Tun sehr wichtig. BI

Heimleiter Wolfgang Purtscher engagiert sich gerne in der Pflege.

Thüringen „Bisher hatten wir glücklicherweise noch keinen Covid-19-Fall im Sozialzentrum, weder bei den Bewohnern noch bei den Mitarbeitern. Es ist eine herausfordernde Zeit. Wir bemühen uns, mit Hausverstand vorzugehen und den Bewohnern Sicherheit zu vermitteln, damit ein halbwegs normaler Alltag stattfinden kann“, erklärt Wolfgang Purtscher, Heim- und Pflegedienstleiter im Sozialzentrum Bürs. So soll aktuell durch Kekse- backen, Lesungen und Adventskranz-Binden eine vorweihnachtliche Stimmung entstehen. „Das Weihnachtsfest, ein mittlerweile fix zum Jahresablauf gehörendes Ritual mit festlichem Abendessen, Weisenbläsern, Christmette mit Zithermusik und Bescherung mit den Angehörigen, kann heuer in dieser Form leider nicht stattfinden. Wir sind ein sehr offenes Haus und arbeiten eng mit den Angehörigen zusammen, heuer werden wir nur intern feiern. Es ist unabdingbar, die nötigen Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten“, erklärt der engagierte Heimleiter.

Dem Bruder nachgeahmt

Soziales Denken, Empathiefähigkeit und Humor sind wesentliche Charakterzüge Purtschers. Das Leben in einer Großfamilie hat ihn geprägt: „Ich habe sechs Brüder und sechs Schwestern, ich bin der Jüngste. Bei uns war immer viel los.“ Ein Bruder war es auch, der ihm für die Arbeit im Sozialbereich ein Vorbild bot. „Mein Bruder hat im Bundesheer eine Sanitäter-Ausbildung gemacht und danach eine Ausbildung als OP-Pfleger absolviert. Ich habe denselben Weg eingeschlagen. Bei der Sanitäter-Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich ausgesprochen gerne mit Menschen arbeite“, erinnert sich der ausgebildete Kaufmann. Nach dem Bundesheer wechselte er direkt als Stationsgehilfe ins LKH Rankweil. Eine Ausbildung als psychiatrischer Diplomkrankenpfleger folgte, wobei ihn die Gerontopsychiatrie von Anfang an faszinierte: „Beziehungsarbeit und Kommunikation sind in diesem Bereich ausgesprochen wichtig. Die Arbeit auf der Intensivmedizin wäre nichts für mich.“

Später wechselte der Thüringer in den Langzeit-Pflegebereich ins Pflegeheim Nenzing. Vor acht Jahren wurde der vierfache Familienvater gefragt, ob er die Pflege- und Heimleitung des Sozialzentrums Bürs übernehmen wolle. Er sagte sofort zu: „Organisation und Personalführung liegen mir. Außerdem konnte ich von Anfang an viele Ideen einbringen und auch umsetzen.“ Neben der neuen Aufgabe folgte auch eine weitere Ausbildung: ein Master in Healthcare Pflegemanagement. Seine Frau Daniela hat ihn dabei unterstützt und ihm den Rücken freigehalten. Mit seiner fröhlichen, humorvollen Art ist er ein angenehmer Chef, der auch am Morgen schon gut gelaunt am Arbeitsplatz erscheint. Über sein Team findet er ausschließlich lobende Worte, die Fluktuation bei den Mitarbeitern ist unter seiner Leitung äußerst gering. Die Alltagsgestaltung für schwer demente Menschen bildet eine besondere Herausforderung: „Aber wir bekommen so viele liebevolle Momente zurück, das macht mich jedes Mal sehr glücklich.“

Der Ideenreichtum von Wolfgang Purtscher kennt keine Grenzen, so wurden Rikscha-Fahrten, Badetage in Schwimmbädern, Ausflüge, Theaterspielen sowie ein Wunschkonzert-Projekt mit den Bewohnern in den Jahresablauf implementiert. Nicht umsonst hat das Sozialzentrum Bürs in den letzten Jahren immer wieder Preise für die gute Führung und einzelne Projekte gewonnen. BI

Zur Person

Wolfgang Purtscher

Geboren 10. September 1970

Familie verheiratet mit Daniela, vier Kinder (13, 15, 21 und 24 Jahre)

Hobbys Tennis, Tischtennis, Wandern, Radfahren, Skifahren, Zeit in der Natur verbringen, Theater spielen, Grillen, Musik

Motto Aus jeder Situation kann etwas Positives gewonnen werden.

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