Der smarte Ökopionier

Wetter / 26.03.2021 • 18:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Manfred Hagen gehört zu den Vätern der Naturschutzbewegung. VN/Hämmerle
Manfred Hagen gehört zu den Vätern der Naturschutzbewegung. VN/Hämmerle

VCÖ-Sprecher Manfred Hagen lebt, was er vertritt.

Lustenau  Zu Manfred Hagen fährt man besser mit dem Fahrrad – so es die Distanz erlaubt. Das hat mit Respekt zu tun. Respekt vor einem Mann, den man in Lustenau nie als Autofahrer erlebt, dafür stets mit seinem Drahtesel. Der 68-Jährige ist ein Grüner, ein Naturschützer, ein Kämpfer für eine saubere Umwelt. Und das vom Scheitel bis zur Sohle. Als Mitglied des VCÖ und des Naturschutzbundes ist Hagen eine glaubwürdige Stimme für Ökologie und alles was damit zu tun hat.

Hainburg-Euphorie

„Die Grundhaltung habe ich sicher von meinem Vater“, erzählt der pensionierte HAK-Lehrer für die Fächer Englisch und Geschichte. „Er lehrte mich, Dinge nicht einfach wegzuschmeißen. Glas etwa brachten wir brav zu Wiederverwertern. Schon als Bub wurde ich so zum Recycler.“

Es kamen die Jugendjahre und die Faszination für den Club of Rome. Der junge Manfred entschwand in andere Sphären, wurde ganz vom schwärmerischen Streben nach einer Welt erfasst, die in puncto ökologischer Ausrichtung keine Kompromisse mehr kannte und sich grundsätzlich vom bürgerlichen Mikrokosmos unterschied. „Das war dann sogar meinem Vater zu viel“, schmunzelt Hagen. Doch das war ihm damals egal.  Er ging voll auf in der Hainburg-Bewegung und der damaligen Aufbruchsstimmung für Umweltanliegen. „Ich wollte die Welt retten.“

Doch im Lauf der Jahre änderte sich bei Manfred Hagen zwar nicht seine Grundhaltung, sehr wohl jedoch deren Vermittlung. „Ich habe gelernt, dass es überhaupt nichts bringt, auf jemanden massiv einzureden und ihn zu missionieren. Man muss ruhig sein können, sich auf Gespräche einlassen, zuhören.“ Der Eintritt in die Lustenauer Gemeindepolitik habe ihm diesbezüglich sehr geholfen. „Da hast du es ja immer mit verschiedenen Meinungen zu tun. Man muss sich arrangieren.“

Dass Leute nicht einfach so ihre Haltungen ändern, habe viel mit einer grundsätzlichen Angst vor Veränderung zu tun, ist Manfred Hagen überzeugt. „Du erreichst dann mit Missionierungen nichts.“

Viel verändert

Sich mit Veränderungen anzufreunden, habe viel mit der Schaffung von Angeboten zu tun. „Es geht nicht, jemandem einzureden, er soll für eine bestimmte Strecke öffentliche Verkehrsmittel benutzen, wenn er dafür ewig lang braucht. Es muss das Angebot passen.“

Stichwort Veränderung. Hagen spricht in diesem Zusammenhang von vielen positiven Entwicklungen in den vergangenen Jahren. „Es hat sich zweifellos viel getan. Denken wir nur etwa an die Mülltrennung, die heute selbstverständlich geworden ist. Oder an den Stellenwert von nachhaltigem Produzieren, worauf viele Unternehmen heutzutage Wert legen.“

In puncto Verkehr würde sich der Lustenauer natürlich eine alternative Lösung zur S 18 wünschen. Nicht bei allen ist eine solche Haltung so glaubwürdig wie bei Manfred Hagen. VN-HK

Zur Person

Manfred Hagen

Geboren 18. November 1952

Wohnort Lustenau

Beruf Pensionist

Familie Verheiratet, drei Kinder, ein Enkelkind

Hobbys Kultur, Obstbau

Lieblingsspeise Käsknöpfle