Zwischen Kunst und Yoga

Wetter / 01.04.2021 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mario Feurstein hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Mario Feurstein hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Keramik und Meditation haben Mario immer schon viel bedeutet.

Schwarzach Es hat gedauert, bis Mario Feurstein (31) wusste, was er wollte. Den gebürtigen Vorarlberger zog es nach seinem Abschluss an der HTL Bregenz nach München und von dort weiter nach Wien. In der Bundeshauptstadt probierte er sich in mehreren Studienfächern an der Wirtschaftsuniversität, am Juridicum und an der Technischen Universität aus, bevor er als Croupier zu arbeiten begann und es ihn damit wieder nach Vorarlberg zog.

Doch eine Leidenschaft ist ihm während der gesamten Zeit geblieben: Yoga. Seine dunklen Augen leuchten und seine Hände gestikulieren heftig, wenn er davon erzählt. Im August 2015 zog es Mario zum ersten Mal nach Indien. Dort absolvierte er eine Yogalehrer-Ausbildung, viele weitere Stationen, unter anderem in Sri Lanka, folgten. Eine Ausbildung in den Ursprungsländern war ihm immer wichtig, um die Mentalität aufnehmen und weitervermitteln zu können. Beeindruckende Erlebnisse mit spirituellen Lehrenden und die Einnahme von Ayahuasca sind ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Teilhaber eines Cafés

Mittlerweile ist er Teilhaber des Cafés Bahi in Bregenz, welches er gemeinsam mit Cornelius Lingg aufgebaut hat. Dort hat er vor Corona beinahe täglich Yogastunden für Interessierte angeboten und ist selbst positiv überrascht, wie gut sie

angenommen werden. Durchschnittlich nehmen rund zehn Personen an einer Stunde teil. Seit dem Frühjahr 2018 besteht das Angebot und wird laufend ausgebaut. Am wichtigsten ist ihm dabei, andere bei der Bewusstseinsentwicklung und Visionsfindung unterstützen zu können. Er möchte andere Menschen dabei nicht belehren, sondern sie unterstützen, zu sich selbst zu finden. Wie überall stehen diese Kurse aktuell still, die Vorfreude darauf ist schon groß. 

Derzeit bleibt auch das Bahi geschlossen. Das Gesamtpaket ist unrentabel, aufgrund der derzeitigen Home-Office-Regelungen ist die Nachfrage für das Mittagsangebot kaum da. Und ohne Yogastunden anbieten zu können, fehlt ein Stück der Atmosphäre des Cafés. Während der Coronakrise hat sich der Einunddreißigjährige auf sein zweites Standbein, das Töpfern, fokussiert. Bereits seit einigen Jahren arbeitet er als Assistent für den Vorarlberger Künstler Thomas Bohle. Gemeinsam fertigen sie hauptsächlich Keramikgefäße an und Mario Feurstein möchte sich über kurz oder lang damit selbstständig machen. Die Nettozeit für die Herstellung eines dieser Gefäße beträgt zwar nur zwei Stunden, der Weg dorthin kann jedoch tagelang dauern, da die Prozesse zum Formen der Gefäße und Trocknen abgewartet werden müssen. Geduld ist hier gefragt. In den letzten Monaten hat er etwa 100 Stück dieser Keramikschalen produziert und wird diese verkaufen.

Zweites Standbein

Er geht davon aus, dass auch nach der Krise viel mehr digitaler stattfinden wird und ist froh, dass Künstler mit den Sozialen Medien eine Plattform haben, auf welcher sie sich selbst präsentieren können und nicht mehr ausschließlich auf Galerien angewiesen sind.

Gemeinsam mit Domingo Mattle betreibt er ein Studio (Rich Love Studios) in der Jahnstraße in Bregenz, dieses soll bei der Vermarktung helfen.

Dass Mario jetzt dort angekommen ist, wo er immer hinwollte, merkt man ihm deutlich an. Nun hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass man erst herausfinden muss, was man möchte, um dann das Beste aus sich selbst herausholen zu können und so seine Talente zum Vorschein bringt. VN-SUB

Zur Person

Mario Feurstein

 Geboren 20. Oktober 1989

 Wohnort Lochau

 Ausbildung HTL Bregenz