Für mehr Empathie

Wetter / 19.04.2021 • 18:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit der Coronakrise hält Birgit Gebhard ihre Seminare online ab. 
Seit der Coronakrise hält Birgit Gebhard ihre Seminare online ab. 

Birgit Gebhard hilft als Lebensberaterin, Konflikte zu lösen.

Dornbirn In ihrer Tätigkeit als Kindergärtnerin war Birgit Gebhard immer wieder mit Konflikten konfrontiert. Der Dornbirnerin fielen dabei ähnliche Muster auf: „Es ging dabei oft weniger um die Sprache, sondern um die Haltung dahinter“, fiel der heute 54-Jährigen damals auf. Weil sie sich näher für die Mechanismen hinter den Schwierigkeiten interessierte, absolvierte sie unterschiedliche Weiterbildungen im Bereich Gewaltfreie Kommunikation. Diese Technik will destruktive Eskalationen durch Empathie und Eigenverantwortung verhindern, erklärt Gebhard, die sich im vergangenen Jahr als Coach und Lebensberaterin selbstständig gemacht hat.

Empathie und Wertschätzung

Birgit Gebhard möchte ihr Wissen, das sie sich unter anderem in ihrer langjährigen Tätigkeit als Frauenberufscoach beim ABZ und als angehende Mediatorin erworben hat, in Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Unternehmen weitertragen. „Bei der Gewaltfreien Kommunikation geht es ganz zentral um Empathie und Wertschätzung. Sie ist die Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation“, erklärt Birgit Gebhard. „Die Gewaltfreie Kommunikation soll helfen, dass man sich klar und ehrlich ausdrückt und empathisch zuhört.“ Das Ziel dieser Konfliktlösungsstrategie, die vom US-amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde, sei ein wertschätzender zwischenmenschlicher Umgang miteinander. „Sprache ist oft klar und missverständlich zugleich. Viele Menschen denken, wenn man von Gewaltfreier Kommunikation spricht, darf man nicht ‚Nein‘ sagen, aber das stimmt nicht. Es heißt klar zu sein und die Bedürfnisse von sich und seinem Gegenüber im Auge zu behalten“, sagt die Dornbirnerin.

Missverständnisse vermeiden

Seit 2015 sehe sie als Coach in der Beschäftigung mit Gruppen, dass es oft wenig braucht, damit Verbindung zwischen Menschen entsteht und gleichzeitig Streit, Missverständnisse und Mobbing vermieden werden kann. Durch die Coronakrise wurde auch das Leben von Birgit Gebhard durcheinander gewirbelt. „Man ist durch die Coronapandemie gezwungen worden, die gewohnten Kompensationsmuster abzulegen oder zu überdenken.“ Bei der Lebensberaterin waren es zum Beispiel Tanzkurse oder Konzerte besuchen, die durch die Pandemie flachfielen. „Das heißt, wir waren fast kollektiv dazu aufgefordert, zu überdenken, was von den vielen Dingen des täglichen Lebens wir tatsächlich beibehalten wollen und was man vielleicht weglassen kann.“ Die 54-Jährige nutzte die Zeit, sich als Selbstständige online sichtbarer zu machen. Das sei zwar eine Herausforderung gewesen, doch die Workshop-Teilnehmenden seien überraschend offen gewesen und hätten positives Feedback gegeben.  

Beruf als Berufung

Ihren Beruf als Coach sieht Gebhard als Berufung: „Es begeistert mich immer wieder, andere Menschen dabei zu unterstützen, ihr eigenes Potenzial zu entdecken und zu leben. Dafür braucht es manchmal eine liebevolle Begleitung und einen freundlichen Spiegel, der aufzeigt, wo noch Entwicklungspotenzial liegt“, erklärt die Dornbirnerin, die in ihrer Freizeit gerne tanzt und sich gerne vernetzt. „Wenn das am Ende meiner Seminare erreicht wurde bzw. im Feedback erwähnt wird, dann fühle ich mich zutiefst erfüllt.“

Für die Zukunft hat Birgit Gebhard die Vision, Gewaltfreie Kommunikation in der Gesellschaft als Standard zu etablieren. „Vor allem in Schlüsselpositionen wie in der Leitung von Kindergärten, Schulen und Unternehmen wäre das sehr sinnvoll.“ VN-MIH

Zur Person

Birgit Gebhard

ist ausgebildete Lebensberaterin und Trainerin.

Geboren 1. Februar 1967

Ausbildung Lebensberaterin, Kindergarten-Pädagogin, Gestaltpädagogin, Tanztherapeutin, Focusing-Beraterin  

Wohnort Dornbirn

Freizeit Menschen treffen, Paartanz, Chorsingen, Konzerte besuchen, Persönlichkeitsentwicklung